Schwimm-EM wohl ohne Marco Koch

Die Europameisterschaften in Glasgow werden aller Voraussicht nach ohne Deutschlands Top-Brustschwimmer Marco Koch über die Bühne gehen. Der Ex-Weltmeister verzichtet auf seine letzte Qualichance.

| 27. April 2018 | AKTUELL

Für Marco Koch wird es wohl keine Ausnahmeregelung für die EM geben.

Für Marco Koch wird es wohl keine Ausnahmeregelung für die EM geben.

Foto >Fabian Fiedler / spomedis

Eine letzte Chance, die Normzeit für die Europameisterschaften zu schwimmen, hätte Marco Koch noch gehabt. An diesem Wochenende steht er bei den Süddeutschen Meisterschaften in Dresden auf der Startliste. Jedoch sagte sein Trainer Alexander Kreisel gestern dem SID, dass sein Schützling nicht starten werden. "Marco nimmt zu der Zeit Sponsorentermine wahr. Mit seinem aktuellen Zustand hätte es in Dresden auch nicht gereicht, die Norm zu knacken", sagte Kreisel.

Am Sonntag schließt sich das Qualifikationsfenster des DSV. Seit Ende Januar hatten die deutschen Schwimmer Zeit, eine oder mehrere der EM-Normen zu unterbieten. Die strengen Zeitvorgaben orientieren sich an Platz acht der letzten Olympischen Spiele, was in Kochs Fall 2:08,20 Minuten über 200 Meter Brust bedeutet hatte. Doch an der Zeit biss sich der 28-Jährige die Zähne aus. Die 2:09,49 Minuten vom Januar-Meeting in Luxemburg sind das Beste, was der Darmstädter dieses Jahr anzubieten hat. Das sind fast genau zwei Sekunden mehr als bei seinem Deutschen Rekord aus dem August 2014 (2:07,47 min).

Lambertz: "Seit vier Jahren bergab"

Die Chancen auf eine Ausnahmeregelung für den Olympia-Siebten sind gering. Chefbundestrainer sagte dem SID: "Stand heute fehlt mir der Glaube, dass es bei Marco nach vier Jahren stetigen Bergabs so plötzlich wieder besser werden sollte.“ Lambertz wolle nun das Gespräch mit Koch suchen und ihn davon überzeugen, an einen Stützpunkt zu wechseln, heißt es. Im vergangenen Jahr durfte Koch auch ohne erfüllte Norm bei der WM in Budapest starten, um dort seinen Titel von 2015 zu verteidigen. Mehr als Platz elf sprang in Ungarn nicht dabei heraus.

Heimcoach Alexander Kreisel hält auch einen baldigen Rücktritt für möglich. "Es ist doch klar, dass diese Gedanken in so einer Phase aufkommen", erklärte er dem SID. "Er ist in ein Loch gefallen."