Politisches Hickhack um „Paul-Biedermann-Halle“

Kommt sie oder kommt sie nicht, die „Paul-Biedermann-Halle“ in Halle an der Saale? Momentan sieht es eher nicht danach aus. Auch nicht nach einer Ehrentafel für den Ex-Schwimmstar.

| 31. Januar 2019 | AKTUELL

Paul Biedermanns Name wird sobald wohl nicht über dem Eingang einer Schwimmhalle stehen.

Paul Biedermanns Name wird sobald wohl nicht über dem Eingang einer Schwimmhalle stehen.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Was als Ehrung eines verdienten Sportlers gedacht war, droht in Halle an der Saale im lokalpolitischen Gezerre und Gezanke unterzugehen. Über Monate sah es so aus, als würde die Robert-Koch-Schwimmhalle zu Ehren des ehemaligen Doppelweltmeisters und Phelps-Bezwingers in „Paul-Biedermann-Halle“ umbenannt werden. Doch dieser Vorschlag von Oberbürgermeister Bernd Wiegand konnte sich im Hauptausschuss der Stadt dann doch nicht durchsetzen. Stattdessen stimmten die Politiker für eine Ehrentafel und ein Stipendium im Namen Biedermanns. Doch auch danach sieht es derzeit nicht aus, weil Biedermann selbst diesen Vorschlag ablehnt. Der Grund: Er wurde in die Planung nicht mit einbezogen.

Die Mitteldeutsche Zeitung berichtete vergangene Woche fast täglich über das Hickhack im Stadtrat. Um die Frage, ob die Verdienste des 1986 in der Saalestadt geborenen Vorzeigeschwimmers für eine Umbenennung ausreichten, geht es längst nicht mehr. "Die Diskussion über die Art der Ehrung halte ich für vorgeschoben", zitiert das Blatt die Büroleiterin des Oberbürgermeisters.

Keinen besseren Repräsentanten

Statt einer sachlichen Debatte gibt es Vorwürfe und politische Ränkespielchen. Angefangen hatte es wohl damit, dass sich Teile des Stadtrats vom parteilosen Wiegand übergangen fühlten, weil dieser mit seiner Idee in die Öffentlichkeit geprescht war, ohne sich mit ihnen abzusprechen. Der OB wollte die Umbenennung als „Aufbruchsignal für den Nachwuchssport“ verstanden wissen, das das Vorhaben der Stadt unterstützen sollte, wieder Bundesstützpunkt im Schwimmen zu werden.

Unsere Meinung: Paul Biedermann hat Zeit seines Lebens in Halle trainiert, wollte nie weg und macht sich heute für den Nachwuchs stark. Einen besseren Repräsentanten kann es kaum geben. Die Umbenennung wäre ein Zeichen gewesen und hätte auf die jüngere Sportgeschichte der Stadt aufmerksam zu machen. Diese Chance hat Halle erst mal vertan.