Olympiasieger fliegt aus Schwimmbad, weil er zu schnell schwimmt

Schwimm-Olympiasieger David Wilkie ist auch 40 Jahre nach seinem größten Triumph immer noch schnell unterwegs. Zu schnell für einen Bademeister des Virgin Active Club im englischen Bracknell. Der Lifeguard schmiss den 62-Jährigen raus, weil er zu flott unterwegs war.

| 18. Januar 2017 | AKTUELL

Schwimmbad | Schneller als der Schwimmmeister erlaubt: Das kann wohl nur einem Olympiasieger passieren.

Schneller als der Schwimmmeister erlaubt: Das kann wohl nur einem Olympiasieger passieren.

Foto >dreamstime.com (Dmytro Zinkevych)

Weil Wilkie zu schnell geschwommen sei, habe er gegen die Etikette des Clubs verstoßen, so der Lebensretter. Gegenüber der BBC entgegnete der 1976-Olympiasieger über 200 Meter Brust: "Ich denke, ich habe genau das getan, was jeder andere Schwimmer - Olympiasieger oder nicht - auch tun würde: Ich bin so gut geschwommen wie ich konnte." Laut Daily Mail kündigte Wilkie nach dem Disput seine Mitgliedschaft in dem noblen Schwimmclub.

Während sich der 62-Jährige als Opfer eines übereifrigen Schwimmmeisters sieht, bleibt offen, ob es bei dem Vorfall wirklich nur um die Schwimmgeschwindigkeit ging. Angeblich soll Wilkie nämlich auch rücksichtslos geschwommen und immer wieder mit anderen Badegästen kollidiert sein. Außerdem soll er mehrfach ins Becken gesprungen sein, obwohl dies ausdrücklich verboten ist. Wilkie, der täglich 60 Bahnen zurücklegt, sagt zu all dem: "Du gehst ins Schwimmbad, um zu schwimmen - und nicht um sich vom Bademeister sagen zu lassen, wie man schwimmen soll."

Erster Schwimmer mit Badekappe

Der in Sri Lanka geborene Schotte gehörte in den 1970-ern zu den besten Brustschwimmern der Welt. Neben seinem Olympiasieg 1976 gewann er zweimal Olympiasilber über 100 Meter Brust. Seine 200-Meter-Siegerzeit von Montreal (2:15,11 min) hatte bis 1982 als Weltrekord Bestand. Der Hall-of-Famer gilt außerdem als erster Topschwimmer der Welt, der im Wettkampf seine Haare mit einer Badekappe bedeckte.