Neues Trainerteam setzt auf leichtere WM-Normzeiten

Der Deutsche Schwimm-Verband hat seine Nominierungsrichtlinien für die diesjährigen internationalen Großereignisse veröffentlicht. Für die WM in Südkorea liegen die Normzeiten unter denen der EM 2018.

| 25. Januar 2019 | AKTUELL

Im Nambu University Aquatics Center finden die WM-Wettkämpfe diesen Sommer vor bis zu 11.000 Zuschauern statt.

Im Nambu University Aquatics Center finden die WM-Wettkämpfe diesen Sommer vor bis zu 11.000 Zuschauern statt.

Foto >Gwangju 2019

Sieben Monate vor den Schwimm-Weltmeisterschaften in Südkorea hat der Deutsche Schwimm-Verband sein Nominierungskonzept für die anstehenden Großereignisse vorgestellt. Neben der WM in Gwangju geht es dabei um die Kurbahn-EM in Glasgow (4.-12. Dezember), die Militär-WM in China (18.-27. Oktober) sowie die Junioren-EM in Kasan (1.-7. Juli) und die Junioren-WM in Budapest (20.-25. August).

Laut Pressemitteilung wurden die Richtlinien von einem Team aus DSV-Bundes- und Stützpunkttrainern erarbeitet und mit dem Direktor Leistungssport, Thomas Kurschilgen, abgestimmt. Nach dem Rücktritt von Henning Lambertz als Chef-Bundestrainer nimmt das neue Bundestrainergespann Bernd Berkhahn und Hannes Vitense am 1. Februar offiziell seine Arbeit auf.

Normzeiten, WM 2019

Quali-Zeitraum: 21. Januar bis 30. April

Strecke

Männer

Frauen

50 m Freistil

0:21,95

0:24,75

100 m Freistil

0:48,50

0:54,10

200 m Freistil

1:46,70

1:57,20

400 m Freistil

3:46,40

4:07,50

800 m Freistil

7:52,50

8:30,00

1.500 m Freistil

14:59,00

16:23,00

100 m Rücken

0:53,70

1:00,00

200 m Rücken

1:57,00

2:09,50

100 m Brust

0:59,80

1:07,00

200 m Brust

2:09,90

2:24,90

100 m Schmetterling

0:51,80

0:57,90

200 m Schmetterling

1:56,30

2:08,20

200 m Lagen

1:59,40

2:11,90

400 m Lagen

4:15,00

4:38,40

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"Weiterhin hoher Normanspruch"

Bezogen auf den Jahreshöhepunkt, die Schwimm-WM vom 21. bis 28. Juli, setzen die Verantwortlichen auf weniger strenge Normzeiten als bisher. Die Zeiten orientieren sich an Platz zwölf im Vorlauf der vorangegangenen drei Meisterschaften auf Weltniveau (Weltmeisterschaften und Olympische Spiele) sowie weiteren Kriterien. Wurden für die WM-Teilnahme 2017 und die EM-Teilnahme 2018 über 100 Meter Freistil noch 48,23 Sekunden (Männer) und 53,53 Sekunden (Frauen) gefordert (jeweils Finalnorm), sind es nun 48,50 beziehungsweise 54,10 Sekunden.

Auch auf allen anderen Strecken liegen die neuen Normzeiten über den Quali-Zeiten aus der Lambertz-Zeit. „Mit den Nominierungskriterien bei den Männern und Frauen zu den Weltmeisterschaften 2019 wird weiterhin ein hoher Normanspruch formuliert“, erklärt Thomas Kurschilgen in der Mitteilung. „Inklusive der Staffelnormen ermöglichen sie uns, die DSV-Nationalmannschaft perspektivisch neu zu formieren, indem Athleten mit Medaillenpotenzial, Athleten mit Finalchancen und Athleten mit einer Entwicklungsperspektive für den Zyklus 2021 bis 2024 in die Nationalmannschaft integriert werden können.“

In zwei bis sechs Jahren Weltniveau

Der Qualifizierungszeitraum bleibt zum Vorjahr unverändert. Er beginnt rückwirkend am 21. Januar und endet am 30. April. In diesem Zeitraum muss die Normzeit einmalig auf der 50-Meter-Bahn bei einem beliebigen von der FINA genehmigten Event unterboten werden.

Ein Schwerpunkt bei der Normgestaltung sei auf den Übergangsbereich von den Junioren-Meisterschaften zur Elite gelegt worden, heißt es in der Mitteilung. In diesem Bereich sollen talentierten Athleten internationale Einsätze bei Top-Events auf der Kurzbahn, bei der Universiade, der Militär-WM oder anderen Wettkämpfen ermöglicht werden. Die Nachwuchsathleten sollen über einen Zeitraum von zwei bis sechs Jahren an die Weltspitze herangeführt werden.

Zu den Nominierungsrichtlinien sagt der neue Team-Coach der Nationalmannschaft, Hannes Vitense: "Unsere Aufgabe ist es, die Nationalmannschaftsmitglieder an ihrem aktuellen Leistungsstand abzuholen. Unsere Athletinnen und Athleten trainieren Tag für Tag hart, und zwar nicht nur, um ausschließlich Qualifikationsnormen zu erreichen, sondern um beim internationalen Meisterschaftshöhepunkt ihre beste Leistung für Deutschland abzurufen."