Neues Lagen-Format sorgt für Spannung und Heiterkeit

Lagen bedeutet Schmetterling, Rücken, Brust, Kraul? Warum nicht mal mit Traditionen brechen und etwas völlig Neues versuchen? So wie jetzt bei der US Pro Swim Series.

| 15. Januar 2018 | AKTUELL

Die Reihenfolge beim Lagenschwimmen ist normalerweise festgelegt.

Die Reihenfolge beim Lagenschwimmen ist normalerweise festgelegt.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Lagenschwimmen, wie wir es kennen, existiert seit den 1950er-Jahren, und schon immer galt in Einzelrennen Schmetterling, Rücken, Brust und Freistil als vorgeschrieben Reihenfolge. Um mehr Nervenkitzel in die Rennen zu bekommen, probierten die Organisatoren der US-amerikanischen Pro Swim Series nun ein neues Format. Beim Meeting in Austin (Texas) schwammen die acht Finalisten über 200 Meter Mystery-Lagen jeweils unterschiedliche Reihenfolgen, was zu wirklich sehenswerten und überraschenden Rennverläufen führte.

Wer welche Reihenfolge zu schwimmen hatte, entschied sich erst beim Einmarsch ins Schwimmstadion. Ein Athlet nach dem anderen zog eine Nummer mit seiner Bahn. Die Reihenfolge der Schwimmstile war zuvor für jede Bahn festgelegt worden. Um für eine gewisse Chancengleichheit zu sorgen, war Rücken als Startschwimmstil ausgeschlossen. Alle Teilnehmer starteten also mit einem Startsprung vom Block (im Video: Frauen bei 6:45 min, Männer bei 16:20 min).

200 m Mystery-Lagen

Reihenfolge

Bahn 1

Schmetterling, Brust, Rücken, Freistil

Bahn 2

Schmetterling, Freistil, Rücken, Brust

Bahn 3

Brust, Schmetterling, Freistil, Rücken

Bahn 4

Brust, Freistil, Schmetterling, Rücken

Bahn 5

Freistil, Brust, Schmetterling, Rücken

Bahn 6

Freistil, Schmetterling, Rücken, Brust

Bahn 7

Brust, Schmetterling, Rücken, Freistil

Bahn 8

Freistil, Rücken, Schmetterling, Brust

Swipe me

Siegerin Madisyn Cox schwamm auf Bahn 5 und setzte sich in 2:16,12 Minuten durch. Bei den Männern gewann Carson Foster auf Bahn 4 in 2:03,18 Minuten. Beide Rennen waren bis zum Schlussspurt durch zahlreichen Positionsveränderungen geprägt und erinnerten deshalb an die neuen Lagen-Mixed-Staffeln, bei denen selbst einer großer Vorsprung noch nichts bedeuten muss. In Austin kämpfte sich Männer-Sieger Foster vom letzten Platz nach der ersten Bahn (Brust) vor und übernahm erst kurz vor dem Ziel die Führung.

Als olympischer Wettkampf hat Mystery-Lagen wahrscheinlich keine Zukunft, dafür sind die Unterschiede, ob Schmetterling auf der ersten oder dritten Bahn geschwommen wird, zu groß. Von Chancengleichheit kann jedenfalls keine Rede sein. Als Spaßevent jenseits traditioneller Rennformate taugt das Rennen aber allemal. Den Athleten war der Spaß an der Sache sichtlich anzusehen, und auch die Kommentatoren überschlugen sich fast vor Aufregung.