Härtere Pflichtzeiten gegen steigende Teilnehmerzahl

Die große Beliebtheit der Deutschen Kurzbahnmeisterschaften der Masters führte in der Vergangenheit oft zu Problemen. Jetzt reagieren die Verantwortlichen mit härten Pflichtzeiten.

| 2. Oktober 2017 | AKTUELL

Volle Halle: Über 1.000 Athleten melden Jahr für Jahr für die DM Masters.

Volle Halle: Über 1.000 Athleten melden Jahr für Jahr für die DM Masters.

Foto >Sieglind Schächtele

Die Masters-DM auf der Kurzbahn hat ein Problem. Sie ist zu beliebt. Seit Jahren kämpfen die Organisatoren mit den hohen Anmeldezahlen für das Kurzbahn-Highlight am Jahresende. 2016 meldeten über 1.200 Athleten für mehr als 4.000 Starts bei den Titelkämpfen in Hannover. Das Stadionbad, das sich zum Zeitpunkt der DM zu allem Übel auch noch im Umbau befand, platzte aus allen Nähten, sodass die Veranstaltung laut Deutschem Schwimm-Verband mehrmals kurz vor dem Abbruch stand. Die Sicherheit konnte nicht mehr gewährleistet werden.

Ob Essen 2013, Bremen 2014, Freiburg 2015 oder Hannover 2016, immer wieder klagten die DKM-Veranstalter in den vergangenen Jahren über den immensen Aufwand für den dreitägigen Wettkampf. Und trotz ihrer Bemühungen sprachen viele Teilnehmer im Anschluss von meisterschaftsunwürdigen Bedingungen. Wie nach der ebenfalls aus dem Ruder gelaufenen EM Masters in London 2016 forderten sie Reformen, damit Meisterschaften Meisterschaften blieben und keine Jedermann-Veranstaltung.

FINA-Tabelle als Maßstab

Was also tun, um ein erneutes Chaos bei der diesjährigen DM Kurzbahn in Bremen (1. bis 3. Dezember) zu verhindern? Im Interview mit swim.de hatte die Vorsitzende der Masterssparte, Ulrike Urbaniak, bereits Anfang des Jahres angekündigt, dass die Pflichtzeiten angehoben würden, um die Teilnehmerzahl stärker als bisher zu regulieren. Dies wurde nun in die Tat umgesetzt. Für die DKM in Bremen gelten bereits die neuen Normzeiten, die sich nach einem bestimmten System an der 1.000-Punkte-Tabelle orientieren.

Zwar sind die geforderten Zeiten insgesamt härter als bisher, wer die mehreren hundert Pflichtzeiten aber aufmerksam studiert und mit denen des Vorjahres vergleicht, findet auch langsamere Zeiten. Wie genau die Verantwortlichen des DSV vorgegangen sind, erklärt Ralf Gauger aus der Fachsparte Masters auf der DSV-Website. Dort heißt es: "Jede Variante hat ihre Vor- und Nachteile. Was gerecht und ungerecht ist, darüber lässt sich trefflich streiten. Als Fazit kann man sagen, dass die neuen Pflichtzeiten die vorhandenen Leistungen etwas genauer darstellen. Absolute Zeitdifferenzen sehen nur auf dem ersten Blick erschreckend aus, denn 50 Prozent der in den Bestenlisten eingetragenen Mastersschwimmerinnen und -schwimmer unterbieten diese neuen Pflichtzeiten."

Welchen Effekt die neuen Pflichtzeiten haben werden, wird man wohl erst erkennen, wenn die Anmeldezahlen für Bremen vorliegen. Gauger weist in seinem Statement allerdings auch daraufhin, dass es nicht nur Meisterschaften für Masters gebe. Er appelliert an die Sport, auch regionale Veranstaltungen stärker zu besuchen: "Trainiert weiter und habt Spaß am Schwimmsport! Nutzt die Schwimmfeste und Landesmeisterschaften um Eure Leistungen zu testen. Es stärkt die Mastersschwimmgemeinschaft in den Regionen."