Muffels holt Bronze bei packendem Weertman-Sieg

Freiwasserschwimmer Rob Muffels hat beim EM-Rennen über 10 Kilometer Bronze gewonnen. Den Titel im Loch Lomond gewann Ferry Weertman hauchdünn in einem spannenden Finish.

| 9. August 2018 | AKTUELL

Rob Muffels jubelt im Ziel über Platz drei.

Rob Muffels jubelt im Ziel über Platz drei.

Foto >Peter Jacob / spomedis

Packender kann Freiwasserschwimmen nicht sein: Fast zwei Stunden lang kämpften über 30 Athleten in einem großen Feld um die beste Position, dann kam es auf der letzten langen Geraden zu einem fesselnden Finale. Im langen Zielsprint sicherte sich der Magdeburger Rob Muffels die Bronzemedaille. Der 23-Jährige musste lediglich Olympiasieger Ferry Weertman sowie Kristof Rasovszky aus Ungarn den Vortritt lassen. Der Titelverteidiger aus den Niederlanden holte den enteilten 5-Kilometer-Europameister auf den letzten 200 Metern noch ein und schlug nach 1:49:28, 2 fast gleichzeitig mit Rasovszky an. Erst das Zielfoto brachte die Entscheidung zugunsten Weertmans.

"Solche Rennen machen unseren Sport aus", sagte Muffels, der 5,5 Sekunden später ins Ziel kam. "Erst Taktik, dann ein langer Endspurt." Mit seiner Bronzemedaille war er voll und ganz zufrieden. "Ich wollte vorne mitschwimmen, um dabeizusein, wenn die Post abgeht." Diesen Zeitpunkt habe er ziemlich gut getroffen. "In der letzten Runde bin ich nach vorn geschwommen und habe mich hinter dem Ungar auf Platz zwei gesetzt. Von hinten kamen zwar noch welche, aber so hatte ich eine gute Position für den Endspurt." Neben Muffels waren zwei weitere deutsche Teilnehmer an den Start gegangen. Sören Meißner aus Würzburg schwamm auf Platz 16, Andreas Waschburger wurde 20.

Ferry Wertmann ausgepumpt im Ziel.

Ferry Wertmann ausgepumpt im Ziel.

Foto >Peter Jacob / spomedis

Weertman mit letzter Reserve

Einer, der noch von hinten kam, war Weertman. Und wie! Der 26-Jährige, der schon fast alles im Freiwasser gewonnen hat, jagte dem führenden Rasovszky wie entfesselt hinterher. Nach der letzten Boje orientierte sich Weertman im Zielkanal auf die rechte Seite, während Rasovszky auf der linken Seite vielleicht den entscheidenden Meter mehr schwamm. So holte Weertman doch noch Gold.

"Ich wollte auf gar keinen Fall Zweiter werden", sagte der Sieger. "In Rio brachte das Finish die Entscheidung, letztes Jahr bei der WM wieder, und heute auch. Also habe ich beschleunigt. Das ging sehr gut." Über 10 Kilometer gehe es darum, die Energie für den Endspurt zu konservieren, erklärte Weertman. "Wir trainieren das Finish und den Anschlag jede Woche. Das kann den Unterschied machen." Für den geschlagenen Kristof Rasovszky war es trotz der knappen Niederlage ein großer Erfolg. Gold und Silber in zwei EM-Rennen bedeuten für ihn schon jetzt die erfolgreichste Meisterschaft.