"Mehr war nicht nötig"

Mit einem kontrollierten Vorlauf über 1.500 Meter Freistil ist Florian Wellbrock ins Finals eingezogen. Der Magdeburger schwamm schneller als der Olympiasieger.

| 4. August 2018 | AKTUELL

Florian Wellbrock und Gregorio Paltrinieri (links) nach dem Vorlauf.

Florian Wellbrock und Gregorio Paltrinieri (links) nach dem Vorlauf.

Foto >Peter Jacob / spomedis

14:54,55 Minuten, Platz drei: Soll erüllt! Florian Wellbrock steht bei den Europameisterschaften in Glasgow über 1.500 Meter Freistil im Finale. Der Weltjahresbeste über die längste Beckenstrecke schwamm souverän mit Olympiasieger Gregorio Paltrinieri mit und schlug im Finish sogar knapp vor dem Italiener an.

"Das Einschwimmen hat sich schon sehr gut angefühlt, deswegen konnte ich selbstbewusst ins Rennen gehen", sagte Wellbrock. "Ich wusste, dass es mit dem Finale klappen würde, wenn ich mit dem Franzosen (Damien Joly) und dem Italiener (Paltrinieri) mitschwimme." Der 21-Jährige hielt sich an seinen Plan und ließ am Ende im direkten Duell nur Joly (14:53,52 min) den Vortritt. Zweitschneller war im ersten Vorlauf MykhayloRomanchuk (14:53,79 min). "Ich hätte hinten raus noch mehr machen können, aber das war nicht nötig", sagte Wellbrock.

"Er macht 55 Züge pro Bahn, ich nur 30"

Im Finale erwartet der Magdeburger ein anderes Rennen, vor allem von Paltrinieri. "Der Italiener hat natürlich noch nicht alles gemacht, was er machen kann. Ich habe einen Riesenrespekt vor ihm, aber auch die Freude, mit so einem Athleten schwimmen zu dürfen. Jetzt habe ich im Finale sogar eine schnellere Bahn als er."

Der aggressive Schwimmstil Paltrinieris, der fast wie ein Sprinter durchs Wasser pflügt, wäre für den elegant schwimmenden Wellbrock nichts. "Für mich wäre diese hohe Frequenz viel zu anstrengend. Er macht ungefähr 55 Züge pro Bahn, ich knapp unter 30. Ich tue mich schon im Training unheimlich schwer damit, die Frequenz hoch zu nehmen. Im Wettkampf würde das wohl nur für 200 Meter gut gehen."