Malaysia will Israels Schwimmer nicht ins Land lassen

Malaysia will die Weltmeisterschaften der Para-Schwimmer im Juli und August ohne Sportler aus Israel durchführen. Das Internationale Paralympische Komitee zeigt sich "enttäuscht", gibt die Hoffnung aber noch nicht auf.

| 16. Januar 2019 | AKTUELL

Malaysia sorgt mit seiner Haltung für Enttäuschung.

Malaysia sorgt mit seiner Haltung für Enttäuschung.

Foto >Al Tielemans for OIS/IOC

Wenn Malaysia diesen Sommer die Weltmeisterschaften der Para-Schwimmer ausrichtet, will das südostasiatische Land keine Sportler aus Israel einreisen lassen. Wie internationale Medien berichten, bekräftigte Malaysias Außenminister Saifuddin Abdullah am Mittwoch die Haltung seines Landes auf einer Pressekonferenz. "Auch wenn wir bereits zugesagt haben, das Event auszurichten, werden wir sie nicht ins Land lassen", wird Abdullah zitiert. US-Zeitungen zufolge hatte Premierminister Mahathir Mohamad zuvor gesagt, Malaysia werde Sportlern aus Israel keine Visa erteilen. Die WM findet vom 29. Juli bis 4. August in Kuching statt.

Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) teilte mit, es sei "bitter enttäuscht" über die Haltung der malaysischen Regierung. "Weltmeisterschaften sollten für alle Athleten und Nationen offen sein", heißt es in einem Statement. Man wolle weiter den Dialog mit den lokalen Organisatoren und dem Nationalen Paralympischen Komitee suchen. Das IPC werde das Thema und mögliche Konsequenzen auf einer Sitzung nächste Woche in London besprechen. Der Nachrichtenagentur AFP sagte Mohamad:  "Wenn sie Malaysia die Meisterschaften entziehen wollen, können sie dies gern tun." 

Immer wieder Nachteile für israelische Sportler

Malaysia unterhält keine diplomatischen Beziehungen zu Israel. Die Einreise mit einem israelischen Pass ist verboten. Die Ankündigung der USA, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, führte im Dezember in Malaysia und dem Nachbarstaat Indonesien zu Protesten.

Immer wieder erfahren israelische Sportler in vorwiegend muslimischen Ländern Nachteile oder werden drangsaliert. Im vergangenen Jahr mussten Israels Judokas bei einem Turnier in Abu Dhabi Trikots des Internationalen Judoverbands tragen. Bei der Siegerehrung weigerten sich die Organisatoren die israelische Hymne zu spielen. Der Weltschwimmverband FINA verwarnte vor einigen Jahren die Weltcup-Organisatoren in Dubai und Doha, weil diese keine israelischen Flaggen im Schwimmstadion aufhingen und die Namen israelischer Sportler aus den Ergebnislisten strichen.

Detail: In den TV-Bildern vom Weltcup fehlt die israelische Flagge.

Detail: In den TV-Bildern vom Weltcup fehlt die israelische Flagge.

Foto >FINA-TV