Leonie Beck hängt sich an die Olympiasiegerin und holt Silber

Erstes Rennen, erste Medaille: Leonie Beck hat im Loch Lomond für einen erfolgreichen Auftakt der deutschen Freiwasserschwimmer gesorgt.

| 8. August 2018 | AKTUELL

Leonie Beck freut sich nach dem Rennen über Silber.

Leonie Beck freut sich nach dem Rennen über Silber.

Foto >Peter Jacob / spomedis

Beck schwamm ein taktisches kluges Rennen, hängte sich Olympiasiegerin Sharon van Rouwendaal an die Füße, und schwamm mit der Niederländerin einen deutlichen Vorsprung heraus. Zwar verlor die Würzburgerin auf der zweiten 2,5-Kilometer-Runde den Anschluss an die Topfavoritin, die Silbermedaille geriet aber nie in Gefahr. Beck beendete das Rennen nach 56,17,8 Minuten 16 Sekunden hinter van Rouwendaal. Die drittplatzierte Italienerin Rachele Bruni kam 30 Sekunden nach Beck ins Ziel. Die beiden anderen deutschen Schwimmerinnen, Lea Boy und Jeanette Spiwoks, hatten mit der Medaillen-Entscheidung nichts zu tun. Sie kamen über zwei Minuten nach der Siegerin ins Ziel und belegten unter den 18 Teilnehmerinnen die Plätze 12 und 16.

Leonie Beck im Ziel.

Leonie Beck im Ziel.

Foto >Peter Jacob / spomedis

"Es ist sehr gut gelaufen. Am Ende war es sehr hart, aber zum Glück war die Lücke nach hinten groß genug.", sagte Beck nach dem ersten Neoprenrennen der EM-Geschichte. Am Morgen hatten die Schiedsrichter im Loch Lomond eine Temperatur von 17,1 Grad gemessen. Bis 18 Grad ist der Kälteschutzanzug seit letztem Jahr vorgeschrieben. "Durch den Anzug ging es mit der Kälte", fand Beck. "In den letzten Tagen war das Wasser schon kälter und im Rennen spürt man das eh nicht so wegen des Adrenalins."

Europameisterin Sharon van Rouwendaal jubelt im Ziel.

Europameisterin Sharon van Rouwendaal jubelt im Ziel.

Foto >Peter Jacob / spomedis

"An der Boje habe ich einen Fehler gemacht"

Van Rouwendaal machte schon kurz nach dem Start klar, dass sie sich nicht auf Sprintentscheidung einlassen wollte. Die 24-Jährige setzte sich früh an die Spitze und schwamm das gesamte Rennen von vorn. Einzig Beck konnte der derzeit besten Freiwasserschwimmerin der Welt halbwegs folgen. "Eineinhalb Runden ging es gut, dann habe an einer Boje einen kleinen Fehler gemacht und konnte sie danach nicht mehr halten", berichtete Beck.

Auch Freiwasser-Bundestrainer Stefan Lurz sah das so und lobte seine Athletin, die er als Heimtrainer in Würzburg betreut. "Leonie sollte sich am Anfang freischwimmen und dann schauen, ob Sharon oder eine der Italienerinnen wegschwimmen will. Das hat sie genau richtig umgesetzt. Leider hat sie an den Bojen immer zwei, drei Meter verloren. Da kam sie nicht schnell genug rum. Irgendwann war der Sog weg."

Das Podium über 5 Kilometer: Van Rouwendaal sieht vor Beck und Bruni.

Das Podium über 5 Kilometer: Van Rouwendaal sieht vor Beck und Bruni.

Foto >Peter Jacob / spomedis