„Ich bin hier, um Spaß zu haben“

Die WM-Quali für Budapest hat Olympia-Teilnehmerin Sarah Köhler verpasst. Jetzt taucht die Frankfurterin plötzlich beim Freiwasserschwimmen auf. Mit Hintergedanken?

| 29. Juni 2017 | AKTUELL

Sarah Köhler nach einer Trainingseinheit in Magdeburg.

Sarah Köhler nach einer Trainingseinheit in Magdeburg.

Sarah Köhler, werden die 5 Kilometer am Samstag Ihr erster Freiwasserwettkampf? Mit zwölf bin ich als kleines Kind einmal 400 Meter im Freiwasser geschwommen, aber das ist nicht vergleichbar. Dass ich hier bin, war eine Spaßidee im Trainingslager auf Mallorca. Da gab es einen Freiwasserwettkampf und ich dachte, das könnte ich doch auch mal probieren. Ein bisschen Überdistanz für die 800 Meter schadet auch nicht.

Im Pool haben Sie die WM-Quali verpasst. Spekulieren Sie darauf, über 5 Kilometer doch noch nach Budapest zu kommen? Nein, eigentlich nicht. Wenn es klappen sollte, wäre ich froh. Aber die WM ist nicht der Grund, warum ich hier an den Start gehe. Ich schwimme hier, um mal was anderes zu machen, und um ein bisschen Spaß zu haben.

Wie gefällt es Ihnen? Das ist schon gewöhnungsbedürftig, wenn man aus dem Becken kommt. Aber ich denke, der See ist noch ganz okay im Vergleich zu anderen Gewässern. Da habe ich schon einige Geschichten von alteingesessenen Freiwasserschwimmern gehört.

Sind Sie froh, dass es relativ wenig Wellen gibt? Ja, aber ich wünsche mir für das Rennen am Samstag noch etwas weniger Wind. Dann gibt es auch weniger Wellen.

Im Freiwasser heißt es, dass Erfahrung viel ausmacht. Wie kompensieren Sie das? Das kann ich nicht kompensieren. Ich gehe Samstag an den Start und schaue eine Stunde später was rausgekommen ist. Ich werde versuchen vorne dranzubleiben. Aber die anderen trainieren viel mehr als ich. Mal sehen, wie lange ich das Tempo mitschwimmen kann.

Wie fällt Ihr Fazit zur DM aus? Ich bin natürlich sehr enttäuscht, dass es mit der WM nicht geklappt hat, vor allem weil ich in Stockholm die Norm schon geschwommen war. Ich habe nach den Spielen in Rio eine lange Pause gemacht, hatte einen Bundeswehrlehrgang, und habe erst im Januar wieder richtig angefangen zu trainieren. Ich bin enttäuscht, aber mein Ziel ist es, in Tokio schnell zu sein.