Hamza Bakircioglu gelingt Längsquerung in 30 Stunden

Aller guten Dinge sind vier, hatte sich Hamza Bakircioglu gesagt und nach drei gescheiterten Versuchen einen letzten Angriff auf die Bodensee-Längsquerung angekündigt. Und diesmal hat es geklappt.

| 22. Juli 2016 | AKTUELL

Hamza Bakircioglu  | Hamza Bakircioglu im Ziel der Bodensee-Längsquerung.

Hamza Bakircioglu im Ziel der Bodensee-Längsquerung.

Foto >Carina Halder

Von Bodman an der Nordspitze des Bodensees schwamm Bakircioglu bis ins Ziel nach Bregenz im Südosten. Der Industriemeister aus dem Allgäu benötigte 30 Stunden 44 Minuten und 40 Sekunden für die 66,6 Kilometer. Nach Christof Wandratsch (20:41 Stunden) und Bruno Baumgartner (24:20 Stunden) ist Bakircioglu damit der dritte Schwimmer, der die Längsquerung nach dem Reglement des Veranstalters Bodenseequerung geschafft hat.

"Es war für mich der schwierigste Schwimmevent, den ich je erlebt habe", sagte der 44-Jährige einen Tag nach dem Schwimmen. "Ich bin sehr froh, dass es ein gutes Ende genommen hat. Mir geht es soweit sehr gut. Vielen Dank für die vielen Glückwünsche."

Um 11:04 Uhr war der Sonthofer am 16. Juli nur mit Badehose, Badekappe und Schwimmbrille bekleidet bei 16,3 Grad Wassertemperatur gestartet. Zwar heizte das sonnige Wetter den See den Tag über auf deutlich mehr als 20 Grad auf. Dennoch waren die Bedingungen von Beginn an trügerisch. Trotz Sonne erschwerten Gegenwind und hoher Wellengang das Vorankommen, sodass Bakircioglu über die meiste Zeit kaum mehr als zwei Kilometer in der Stunde zurücklegte. Erst nachts um drei hatte der Athlet die Hälfte der Strecke geschafft, was bei seinem Team auf dem Begleitboot für reichlich Sorgenfalten sorgte. Doch nach drei gescheiterten Versuchen in den vergangenen Jahren, bei denen er jeweils mehr als 50 Kilometer zurücklegte, bewies Bakircioglu einen unbändigen Willen.

Nach 24 Stunden passierte der Schwimmer die 50-Kilometer-Marke, drei Stunden und weitere zehn Kilometer später rückte das Ziel in greifbare Nähe. Ein Video auf Bakircioglus Facebook-Seite zeigt die Ankunft in Bregenz: Der Langstreckenathlet umschwimmt auf den letzten Metern noch zwei verwundernd-interessiert blickende Jungs auf Luftmatratzen und zieht sich dann mit letzter Kraft aus dem Wasser. Dann knallen in Bregenz die Champagnerflaschen.