Hai-Alarm bei Freiwasser-Rennen in Australien

Zwischenfall beim Rottnest Channel Swim: Als während des bekannten Langstreckenschwimmens ein Hai gesichtet wird, nehmen die Organisatoren zahlreiche Schwimmer aus dem Wasser.

| 27. Februar 2018 | AKTUELL

Ein Schild warnt an einem Strand vor Haien (Symbolbild).

Ein Schild warnt an einem Strand vor Haien (Symbolbild).

Foto >dreamstim.com (Shinnki)

Weiße Haie zählen wohl zu den größten Sorgen vieler Athleten beim Freiwasserschwimmen im offenen Meer. Beim bekannten Rottnest Channel Swim an der australischen Westküste vor Perth zeigte sich am vergangenen Wochenende, dass diese Sorge zumindest in einigen Gegenden dieser Welt nicht ganz unberechtigt ist.

Das Rennen über fast 20 Kilometer von Cottesloe Beach zur ehemaligen Gefängnisinsel Rottnest Island lief bereits mehrere Stunden, als bei Streckenkilometer 12 ein drei bis vier Meter langer Weißer Hai gesichtet wurde. Wie australische Zeitungen berichten, reagierten die Organisatoren unmittelbar. Alle Athleten, die sich in einem Radius von einem Kilometer um den Ort des Geschehens befanden, wurden aus dem Rennen genommen. Betroffen waren davon etwa 100 Sportler.

Die Marburgerin Nathalie Pohl schwimmt beim Rottnest Channel Swim 2018.

Die Marburgerin Nathalie Pohl schwimmt beim Rottnest Channel Swim 2018.

Foto >privat

Streckenrekord wird Nebensache

Einer, der den Hai im Wasser sah, war der 34-Jährige Eli Ball. Der Schwimmer aus Sydney beschrieb die Situation gegenüber watoday.com.au so: "Ich sah ihn plötzlich auf dem Grund, in etwa zwölf Metern Tiefe, und dachte: 'Oh mein Gott, ist der groß'. Ich hielt sofort an und schrie zu meiner Begleitcrew, dass ich einen Hai gesehen hätte. Zu diesem Zeitpunkt schwamm ich einige Meter vom Boot entfernt, doch ich konnte gar nicht schnell genug dorthin kommen. Mein Skipper fragte mich, wo genau der Hai sei, und ich schrie nur: 'Unter dem Boot. Unter dem Boot.'"

Nathalie Pohl beim Rottnest Channel Swim.

Nathalie Pohl beim Rottnest Channel Swim.

Foto >privat

Letztlich ging die Sache glimpflich aus. Zu einer Attacke durch den Hai kam es nicht. Auf Facebook wiesen die Organisatoren noch einmal darauf hin, dass die Sicherheit der Teilnehmer an oberster Stelle stehe. "Es war das erste Mal, dass das Rottnest Channel Swim einen Weißen Hai im Feld der Schwimmer erlebte und wir verstehen die Enttäuschung all jener, die das Crossing nicht beenden konnten." Als Entschädigung sollen die betroffenen Schwimmer im nächsten Jahr bei der Anmeldung bevorzugt werden.

Völlig unter ging aufgrund des Hai-Alarms der neue Streckenrekord durch Solomon Wright. Der 20-Jährige blieb als erster unter der Zeit von vier Stunden und beendete das Rennen nach 3:59:28 Stunden. Bei den Frauen schwamm Heidi Gan aus Australien in 4:21:55 Stunden am schnellsten. Die deutsche Extremschwimmerin Nathalie Pohl beendete das Rennen nach 5:13:59 Stunden als 19. Vom Trubel um den Hai habe sie nicht mitbekommen, sagte die Marburgerin. Davon habe sie erst im Ziel erfahren.