Erst schlafen, dann angreifen

Mit angezogener Handbremse ist Marco Koch bei der EM Kurzbahn in Kopenhagen ins 200-Meter-Brust-Finale eingezogen. Vor dem Medaillenrennen will er sich vor allem eins: ausruhen.

| 14. Dezember 2017 | AKTUELL

Titelverteidiger über 200 Meter Brust: Marco Koch.

Titelverteidiger über 200 Meter Brust: Marco Koch.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

In 2:04,62 Minuten schwamm Koch am Morgen in den Vorläufen die drittbeste Zeit. Schnellster war der Russe Kirill Prigoda, der gestern etwas überraschend über 50 Meter Brust Silber gewonnen hatte. Über 200 Meter ist Koch Titelverteidiger. Seit einem Jahr hält er außerdem in 2:00,44 Minuten den Weltrekord.

„Die Zeit war nicht so schnell, aber man musste ja auch noch nicht so schnell schwimmen“, sagte Koch, der seine direkten Vorlaufgegner wie gewohnt durch überlegene Tauchphasen distanzierte. Seinen erprobten Tagesablauf bis zum Endlauf fasst der Darmstädter im Stakkato zusammen: „Ausschwimmen, essen, Bett, schlafen, herkommen, einschwimmen, und dann geht es los.“ Über Medaillen wollte der 27-Jährige nicht sprechen. „Ich möchte hier möglichst schnell schwimmen. Es war kein einfaches Jahr, wir haben viel probiert und viel umgestellt.“

Peaty hat keine Chance

Mit ins Finale rutschte als Achter Fabian Schwingenschlögl. Der Erlangener, der in den USA studiert, schwamm in 2:06,19 Minuten zwei Sekunden schneller als bei seiner persönlichen Bestzeit. Der 26-Jährige war gestern bereits in deutscher Rekordzeit über 50 Meter auf Platz vier gesprintet. In 25,99 Sekunden knackte er dabei als erster Deutscher die 26-Sekunden-Marke.

Ebenfalls im Vorlauf am Start war 100-Meter-Olympiasieger Adam Peaty. Der muskelbepackte Schwimmstar aus England begann schneller als Koch bei seinem Weltrekord, hatte dann aber sichtlich Mühe das Tempo zu halten. In 2:07,34 Minuten landete Peaty auf Rang 13. Dass er damit das Finale verpasste, dürfte dem Sprinter sehr entgegen kommen.