Deutschland hat die meisten Schwimmhallen mit 50-Meter-Bahn

Fast 100 überdachte 50-Meter-Becken gibt es derzeit in Deutschland. Die Voraussetzungen für ambitionierten Leistungssport könnten eigentlich kaum besser sein.

| 25. Januar 2019 | AKTUELL

Auf der 50-Meter-Bahn der Münchener Olympiaschwimmhalle ging es 1972 um Gold, Silber und Bronze. Das Bad wird derzeit saniert.

Auf der 50-Meter-Bahn der Münchener Olympiaschwimmhalle ging es 1972 um Gold, Silber und Bronze. Das Bad wird derzeit saniert.

Foto >Robert Goetzfried

Was die Zahl der Schwimmhallen mit 50-Meter-Becken angeht, steht Deutschland europaweit an der Spitze. In keinem anderen Land stünden so viele Hallenbäder oder überdachte Freibäder mit einer langen Bahn zur Verfügung, heißt es vom Deutschen Schwimm-Verband. Der DSV beziffert die Zahl nach einer Befragung seiner 18 Landesverbände mit derzeit 93. In Stuttgart, Kiel, Darmstadt und Wetzlar seien weitere Becken in Planung (nach unserer Kenntnis bekommt auch Hamburg ein zusätzliches 50-Meter-Becken). 14 Landesverbände beantworteten die Anfrage der DSV-Kommission Sportstätten und Umwelt, die restlichen Zahlen besorgten sich die Autoren auf anderen Wegen.

Das Bundesland mit den meisten 50-Meter-Becken ist Nordrhein-Westfalen mit 15, dicht gefolgt von Berlin mit 13 Bädern. Die wenigsten stehen in Mecklenburg-Vorpommern und im Saarland. Hier gibt es jeweils nur ein Bad mit einer 50-Meter-Bahn. Über den Zustand der Bäder und ihre Eignung für den Trainings- und Wettkampfbetrieb macht die veröffentlichte Statistik keine Angaben.

Überdachte 50-Meter-Becken

Gesamt: 93 Bäder in Deutschland

Bundesland

Bäder mit 50-Meter-Becken

NRW

15

Berlin

13

Sachsen

9

Niedersachsen

8

Hessen

8

Baden-Württemberg

5

Bayern

7

Schleswig-Holstein

7

Sachsen-Anhalt

4

Brandenburg

3

Hamburg

3

Thüringen

2

Bremen

2

Rheinland-Pfalz

2

Mecklenburg-Vorpommern

1

Saarland

1

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Ressourcen werden nicht genutzt

"Mit mindestens 93 Hallenbädern sind wir in Sachen 'Hardware' absolute Spitze", schreibt Wolfgang Hein dazu im DSV-Verbandsorgan "swim & more". Da mangelnde Erfolge häufig mit fehlenden Trainingsmöglichkeiten begründet würden, fragt sich der DSV-Vizepräsident, ob die Schwimmer die vorhandenen Ressourcen richtig nutzen würden. Nicht nur, schreibt Hein. "Es fehlt auch an geeigneten Trainerinnen und Trainern sowie dem gesellschaftlichen Willen, die Bäder zumindest zeitweise dem organisierten Schwimmsport zu sozial verträglichen Preisen zur Verfügung zu stellen." Der DSV-Vize prangert zudem die Gewinnorientierung vieler Bäder an, die ebenfalls zu Lasten des Sports gehe.