Deutsche Schwimmer holen zwei von drei Titeln

Bei den Weltmeisterschaften im Eisschwimmen haben Alisa Fatum und die deutsche Freistilstaffel jeweils den Titel geholt. „Das“, sagt Christof Wandratsch, „müssen uns die Beckenschwimmer erstmal nachmachen.“

| 21. März 2019 | AKTUELL

Die erfolgreiche deutsche Staffel jubelt in Murmansk über WM-Gold.

Die erfolgreiche deutsche Staffel jubelt in Murmansk über WM-Gold.

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Das Wasser im Eispool von Murmansk hatte knapp über null Grad. Unter diesen auch für Eisschwimmer extremen Bedingungen haben die unverfrorenen Sportler aus aller Welt Mitte März bei den Weltmeisterschaften Fabelzeiten ins Wasser gezaubert. Alisa Fatum aus Leipzig gewann in Russland die Königsdisziplin über 1.000 Meter in 13:02,39 Minuten. Ebenfalls Weltmeister wurde die deutsche 4x250-Meter-Freistil-Staffel in der Besetzung Alisa Fatum, Christof Wandratsch, Stefan Runge und Tobias Jäkle. In 12:08,37 stellte das Quartett einen neuen Weltrekord auf und gewann deutlich vor Polen und Russland.

Alisa Fatum posiert mit dem WM-Pokal.

Alisa Fatum posiert mit dem WM-Pokal.

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Das deutsche Team war damit das erfolgreichste bei den Weltmeisterschaften, denn nur die 1.000 Meter und die Staffel wurden für die WM gewertet, es wurden lediglich drei Titel vergeben - zwei über 1.000 Meter und einer für die Mixed-Staffel. Die 1.000 Meter der Männer gewann der Bulgare Peter Stoychev in 12:10,81 Minuten. Wandratsch wurde in 12:54,46 Minuten Vierter, Stefan Runge Neunter (14:03,52 min).

Zwei Verbände - zwei Weltmeisterschaften

Wandratsch sagt mit Blick auf die zwei Titel und mit einem Augenzwinkern: "Das müssen uns die Beckenschwimmer erstmal nachmachen." Der deutsche Mister Eisschwimmen weiter: "Ich bin mit meiner Leistung höchst zufrieden. Ich freue mich sehr, dass meine Leistungskurve seit 2014, als ich mit dem Eisschwimmsport begann, kontinuierlich nach oben geht." Es sei nicht selbstverständlich, "mit 53 Jahren noch in der Weltelite mitzuschwimmen", das sei nur in wenigen Sportarten überhaupt möglich. "Deshalb freue ich mich sehr, über meinen vierten Platz in der Gesamtwertung und den ersten Platz in meiner Altersklasse."

Weltmeister bei den Männern über 1.000 Meter: Peter Stoychev aus Bulgarien.

Weltmeister bei den Männern über 1.000 Meter: Peter Stoychev aus Bulgarien.

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Die nächsten Weltmeisterschaften finden Anfang Februar 2020 in Bled (Slowenien) statt. Veranstalter ist dann die International Winterswimming Association. Die diesjährigen Meisterschaften in Murmansk wurden von der International Iceswimming Association ausgerichtet. Viele Eisschwimmer wünschen sich, dass die beiden Verbände zusammenkämen. Auch um dem großen Ziel näher zu kommen, dass Eisschwimmen eines Tages (winter)olympisch wird.

Martin Tschepe ist Redakteur bei der Stuttgarter Zeitung und Langstreckenschwimmer beim SV Ludwigsburg.