Sie haben Heuschnupfen? Gehen Sie schwimmen!

Die gute Nachricht: Schwimmen hat sich gerade bei Heuschnupfen als besonders vorteilhafter Sport erwiesen. Doch was müssen Sie als Schwimmer mit juckenden Augen und verstopfter Nase beachten?

| 6. April 2017 | TRAINING

Heuschnupfen | Auch mit Heuschnupfen können Sie Ihrer Lieblingssportart nachgehen.

Auch mit Heuschnupfen können Sie Ihrer Lieblingssportart nachgehen.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Zum einen ist die Pollenbelastung in einer Halle oder selbst im Freien an Pool oder Meer stark herabgesetzt. Das liegt an der reinigenden Wirkung durch aufspritzendes Wasser. „Andererseits bieten sich hier besondere Vorteile für alle Pollenallergiker, die gleichzeitig an allergischem Asthma leiden: Durch die hohe Luftfeuchtigkeit direkt über der Wasseroberfläche können sich die Schleimansammlungen in den Bronchien gut lösen und die Atmung wird spürbar erleichtert“, erklärt Prof. Dr. Ludger Klimek, Leiter des Allergiezentrums in Wiesbaden.

Dieses Thema stammt aus der neuen SWIM. Lesen Sie im Magazin, wie Sie trotz Heuschnupfen trainieren können, wie eine Hyposensibilisierung abläuft und ob Sie mit stark geröteten Augen zum Schwimmtraining dürfen oder nicht. SWIM können Sie als Einzelheft bestellen oder bequem im Abo beziehen.

Unterstützung der Atemmuskulatur

Ein weiterer Grund für den positiven Effekt des Schwimmsports: Durch die Bewegung im Wasser wird die Atemmuskulatur unterstützt und die allgemeine Ausdauer trainiert – ein wichtiger Zugewinn bei jeder allergischen Atemwegserkrankung. Wer als Allergiker regelmäßig Schwimmen geht, hilft einem Anstrengungsasthma vorzubeugen und kann letztlich genauso leistungsfähig sein wie ein Gesunder.

„Durch das regelmäßige Ausdauertraining wird die Atemtiefe erhöht und die Atemfrequenz verringert. Auch andere körperliche Belastungen können somit letztlich mit einem viel geringeren Aufwand an Atemarbeit erbracht werden“, sagt der Präsident des Ärzteverbands Deutscher Aller­gologen.

Hilfe durch Antihistaminika

Um die Beschwerden des Heuschnupfens zu lindern, gibt es mittlerweile eine Vielzahl moderner Arzneimittel (zum Beispiel Antihistaminika). „Moderne Antiallergika sind schnell wirksam, machen nicht müde, sind sehr gut verträglich und einfach anzuwenden“, erklärt Klimek. Örtlich wirksame Kortisonpräparate für Nase, Lunge und Haut gehören zu den wirksamsten Antiallergika.

Leider bestehe oft eine Furcht gegenüber der Anwendung. Dabei gebe es neue Präparate, die kaum noch etwas gemeinsam mit den herkömmlichen Kortison-Arzneien haben. „Sie wirken nur dort, wo sie wirken sollen, nämlich auf der Nasenschleimhaut, und sind auch als Langzeittherapie sehr gut geeignet“, sagt Klimek. Für Linderung kann auch eine Nasendusche sorgen. Mit einer warmen Lösung aus Salzwasser werden hier die Pollen aus der Nase gespült.