Faszientraining

Wer Schwimmprofis beim Aufwärmen beobachtet, sieht immer häufiger Athleten, die ihre stark beanspruchten Muskelnpartien mit einer hartgepolsterten Rolle bearbeiten. Faszientraining ist in Sportlerkreisen voll im Trend. Doch hilft die Selbstmassage wirklich weiter?

| 18. März 2015 | TRAINING

Faszientraining | Faszientraining

Faszientraining

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Zuerst einmal sollte man wissen, was Faszien überhaupt sind. Die einen sprechen von Häuten oder Bändern, andere beschreiben sie als eine Art Frischhaltefolie, die den ganzen Körper umspannt. „Faszien sind Weichteilkomponenten des Bindegewebes (faseriges kollagenhaltiges Bindegewebe), die den ganzen Körper als umhüllendes und verbindendes Spannungsnetzwerk ähnlich wie Spinnweben durchziehen. Sie umhüllen sowohl Muskelfasern als auch Organe“, sagt Prof. Dr. Alexander Beck, Chefarzt am Juliusspital in Würzburg.

Wie Ihnen Faszientraining beim Schwimmen helfen kann, lesen Sie in der aktuellen SWIM.

Basierend auf dem SMR-Prinzip („self myofascial release – eigene myofasziale Entspannung”), löst eine Faszienrolle Spannungen und Verwachsungen in den Muskeln sowie den umliegenden Faszien. Demnach hat das Rollen von beanspruchten Muskelgruppen einen ähnlichen Effekt wie eine Sportmassage. „Neben dem Lösen dieser Faszien- und Muskelverspannungen wird dabei auch die Durchblutung gesteigert“, sagt Beck, der all seinen Schwimmern eine solche Rolle empfohlen hat.

Rücken, Schulter, Knie

Von besonderer Bedeutung für Schwimmer sind Faszien, die im Bereich der Muskelgruppen liegen, die am meisten beansprucht werden. Dabei handelt es sich um die Lumbalfaszie an der Rückenmuskulatur, Schulterfaszien und vor allem die laterale Oberschenkelfaszie (Tractus ilio­tibialis), aber auch die Faszien der Bauchmuskulatur. „Je nach Hauptschwimmstil sind es die Schulterfaszien (Schwimmerschulter) und beim Schwimmerknie das mediale Seitenband am Kniegelenk mit den Faszienbereichen an der medialen Kniegelenkkapsel, die Schwimmern Probleme bereiten“, erklärt der Experte.

Aber auch die stark ausgeprägte Lumbalfaszie (Rücken) könne häufig Probleme machen, da sie wie die meisten tief liegenden Faszien auch über viele Schmerz­rezeptoren verfüge, die wiederum dann den Rückenschmerz „signalisieren“.

Worauf Sie beim Training mit der Faszienrolle achten sollten, lesen Sie in der SWIM 11, die sie hier probelesen können: