Schauen Sie in den Spiegel!

Schwimmen ist wie Sporttreiben in der Schwerelosigkeit. Das macht die Sache nicht unbedingt einfacher. Mit einem aufmerksamen Blick in den Spiegel können Sie herauszufinden, wie ihre optimale Technik aussehen könnte.

| 16. März 2017 | TRAINING

Mann im Spiegel | Der Blick in den Spiegel verrät viel über einen Sportler.

Der Blick in den Spiegel verrät viel über einen Sportler.

Foto >dreamstime.com (Artofphoto)

Über die Technik beim Schwimmen wird viel geschrieben und viel gesagt. Sie ist sicher eins der meist diskutierten Themen in der Welt des Ausdauersports. Die Suche nach Optimierung betreiben Leistungsschwimmer wohl genauso häufig wie Seiteneinsteiger oder Triathleten. Dabei wirkt die umfassende Informationslage in den verschiedenen Medien nicht unbedingt als Hilfestellung. Ganz häufig sorgt sie nämlich für das Gegenteil: Verwirrung.

Schaut man sich allein die unterschiedlichen Ansätze diverser Theorien an, so hat es den Anschein, als müsse man sich für eine Richtung entscheiden. Jedoch: Es gibt keine individuelle Antwort von einer pauschal ausgerichteten Informationsquelle. Deshalb lohnt sich ein Blick auf das, was die Technik am allermeisten bestimmt: Sie! Blicken Sie doch einmal in den Spiegel und sehen Sie ganz genau hin.

Jeder Mensch ist einmalig!

Was nehmen Sie – in Bezug auf den Schwimmsport – wahr, wenn Sie sich einmal aufmerksam betrachten? Eins steht von vornherein fest: Sie sind einmalig. Gleicht man dieses einmalige persönliche Setup einmal mit den Voraussetzungen ab, die man gemeinhin einem prädestinierten Schwimmer zuschreibt, so wäre der Blick auf die folgenden Fragen interessant.

  1. Wie groß sind Sie?
  2. Wie ist Ihr Verhältnis Spannweite zu Körpergröße (Ape-Index)?
  3. Wie ist das Verhältnis von Oberkörper- zu Beinlänge?
  4. Wie groß sind Ihre Hände?
  5. Wie groß sind Ihre Füße?
  6. Haben Sie eine eher flache oder eher rundliche Körperform?

All diese Faktoren bestimmen Ihre Voraussetzungen für das Schwimmen mehr oder weniger stark. Im Umkehrschluss bedeutet das natürlich, dass sich die angestrebte Technik vielleicht gar nicht oder eben nur individuell optimiert umsetzen lässt. Einfach gesprochen: Kleine Hände müssen häufiger ziehen als große Hände, um dieselbe Geschwindigkeit zu erzielen. Das klingt logisch, wird aber nicht immer beachtet. Eine einfache Formel, die gerne vergessen wird.

Technik ist individuell

Weitere Faktoren spielen eine Rolle, wenn es darum geht, den individuell besten Weg zu persönlichen Bestleistungen oder zumindest einer ökonomischen Technik zu finden.

  1. Wie beweglich sind Sie?
  2. Wie groß ist Ihr Lungenvolumen?
  3. Verfügen Sie eher über schnell oder eher langsam zuckende Muskelfasern?
  4. Wie ist Ihre mentale Einstellung zum Wasser?
  5. Wie gut sind Ihre Kraftfähigkeiten ausgeprägt?
  6. Wie gut sind Ihre koordinativen Fähigkeiten entwickelt?

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit, dokumentieren diese Fragestellungen schon recht gut, wie wichtig es ist, einen individuellen Weg zu finden. Im Idealfall ist das ein Weg, der auf modernen Erkenntnissen der Schwimmtechnik beruht, sodass Sie schon im Trockenen eine Formel finden, die zu Ihnen passt. Die Frage nach der optimalen Schwimmtechnik kann demzufolge selten pauschal beantwortet werden. Es ist eher wie die typische Antwort, die man hört, wenn man einen Juristen nach Rat fragt: "Es kommt drauf an."

Fazit: Mit einem analytischen Blick können Sie der Frage erfolgreich auf den Grund gehen, die beim Schwimmen immer wieder auftaucht: Warum schwimme ich nicht schneller?