Feingefühl mit der Faust

Der Begriff des Wassergefühls ist teilweise so wenig zu fassen wie das Wasser selbst. Wie drückt sich Wassergefühl genau aus? Könnten Sie es sagen und beschreiben?

| 12. Juni 2014 | TRAINING

Kraultechnik-Übung 2: Faust | Mit der Faust merken Sie, wie viel Widerstand Ihre Hand dem Wasser entgegensetzen kann.

Mit der Faust merken Sie, wie viel Widerstand Ihre Hand dem Wasser entgegensetzen kann.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Feingefühl mit der Faust

Geht es beim Thema Wassergefühl nicht auch um Druck- und Strömungswahrnehmungen, die den Schwimmer befähigen, in jeder Situation die Hebel und den Körper optimal zu positionieren? Wenn das der Fall ist, wird das Wassergefühl durch weit mehr bestimmt als nur durch die Handfläche.

Wie gehen Sie vor, wenn Sie Wasser fühlen wollen? Wahrscheinlich werden Sie die Hände zu einer Mulde formen, Wasser darin sammeln, um möglichst viele Informationen über Temperatur und Konsistenz zu erfahren. Da wir in der Handfläche sehr viele und feine Rezeptoren haben, die uns über diese Details Auskunft geben können, ist es mehr als natürlich und sinnvoll, so vorzugehen. Nun passiert es im Wasser während des Schwimmens auch sehr häufig, dass man sich auf diese „Rezeptorenfläche“ verlässt und gerne mal die anderen Informationsgeber vernachlässigt.

Hand und Ellbogen bilden Einheit

Viele Schwimm- und Technikübungen zielen auf die Entwicklung des Feingefühls der Handfläche ab. Ob es das Sculling, das Hundepaddeln und die vielen Variationen der Fingerposition ist – die Hand bleibt DAS Steuerungsinstrument des Wassergefühls. Doch ist das der alleinige Weg, um sich die Feinheiten anzutrainieren, die uns noch schneller und vor allem effektiver schwimmen lassen? Denn das scheint das Versprechen dieser Übungen zu sein. Hast du ein besseres Wassergefühl schwimmst du auch schneller.

Dabei spielen aber noch andere Antriebsflächen eine große Rolle. So wird der Unterarm als ganz wichtige Fläche in der Unterwasserphase häufig ungenügend beachtet. Das Schwimmen mit Faust beispielsweise, also die Verringerung der Handfläche auf ein Minimum, erzeugt bei korrekter Ausführung einen guten Eindruck über die Möglichkeiten, die ein optimales Anstellens des Ellbogens und damit auch des Unterarms bietet. Deshalb ist es wichtig, diesen Hebelanteil als einen essentiellen Teil des Antriebswerkes zu betrachten. Tut man dies nicht und schwimmt zu sehr "über die Hand", können sich schnell Folgefehler einschleichen.