Die Mutter aller Technikübungen?

Es gibt wohl kaum einen Schwimmer, der Abschlagschwimmen nicht kennt. Die technische Übung, bei der immer abwechselnd mit einem Arm geschwommen wird, ist bei Trainern und Schwimmern äußerst beliebt. Doch ist sie überhaupt sinnvoll?

| 15. Mai 2014 | TRAINING

Abschlagschwimmen | Ein Athlet beim Abschlagschwimmen.

Ein Athlet beim Abschlagschwimmen.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Die Mutter aller Technikübungen?

Technikübungen sind ein wichtiges Trainingsmittel, um Einzelsegmente der Gesamtbewegung zu betonen oder andere Fähigkeiten, wie z.B. das Wassergefühl, zu verbessern. Eine technische Übung zeichnet sich durch eine besondere Vielfalt an Variationen aus: das Abschlagschwimmen. Wie kann man diese Übung sinnvoll in das Training integrieren?

Vom Ablauf kennzeichnet sich das Abschlagschwimmen beim Kraulen dadurch, dass der nach vorne gestreckte Arm so lange in seiner Position verharrt, bis er von dem anderen, nach vorne schwingenden Arm abgelöst wird. Er tut das durch ein kurzes Antippen oder Abschlagen. Dies ist das Signal für den gestreckten Arm, nun seinerseits mit dem Zug zu beginnen, während der vorherige Zugarm nun bis zum nächsten „Abschlag“ in der Streckposition verbleibt.

Lüning | Holger Lüning

Holger Lüning

Aus diesem verzögerten Rhythmus ergeben sich einige gewollte und positive Eigenschaften des Abschlagschwimmens. Da ein Körper immer dann an Stabilität im Wasser gewinnt, je länger er ist und je mehr Fläche er erzeugt, gelangt der Schwimmer in eine ruhige Wasserlage. Allein das lange Halten des Stützarms in der Streckposition sorgt für Stabilität, die das Betonen anderer Teilaspekte der Kraultechnik ermöglicht.

4 Abschlag-Übungen

Gestreckte Körperposition

So können Sie mit dieser Technikübung besonders an einer gestreckten Körperposition arbeiten und damit die Widerstandskomponenten optimieren. Zudem stellt sich besonders für Einsteiger schnell ein Gefühl des Gleitens ein, was für eine weitere Entwicklung der Schwimmtechnik eine grundlegende Empfindung darstellt. Die Stabilität der Position im Wasser kann dann genutzt werden, um weitere Aspekte zu betonen.

So kann man das Zugmuster noch besser kontrollieren und Stück für Stück automatisieren. Übungen wie „Wasserwerfen“ dienen dazu, den progressiven Verlauf, also den zunehmenden Krafteinsatz während der Unterwasserphase, zu simulieren und einzuprogrammieren. In dieser Art gibt es eine Fülle von Möglichkeiten und Variationen, das Zugmuster weiter zu optimieren.