Das Training mit der Pullbuoy

Wenn man von Hilfsmittel spricht, geht man von einer Hilfe, wenigstens aber von einer Unterstützung aus. Im Schwimmsport gibt es ein Hilfsmittel, das zwar den Auftrieb verbessert, aber dennoch nur dann eine wirkliche Hilfestellung darstellt, wenn es zielgerichtet eingesetzt wird. swim zeigt Ihnen, worauf es beim Training mit der Pullbuoy ankommt.

| 6. Dezember 2012 | Training

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Pullbuoy

Foto > Frank Wechsel / spomedis

Das Training mit der Pullbuoy

Die Pullbuoy soll besonders eine Funktion erfüllen, nämlich die Wasserlage positiv zu beeinflussen. Das zumindest ist das gängige Ziel seines Einsatzes im Training. Dabei kann genau dieser Denkansatz durchaus auch negative Folgen haben. Wenn ein Schwimmer eine eher mäßige Wasserlage besitzt, könnte es nämlich passieren, dass der Styroporblock zwischen den Beinen zwar eine unterstützende Wirkung hat, aber als technisches Hilfsmittel seinen Sinn verfehlen könnte.

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Holger Lüning

Auftrieb und Vortrieb

Im Training kann man recht häufig Schwimmer beobachten, die trotz dieser Auftriebshilfe einen zusätzlichen, vortriebsunterstützenden Beinschlag durchführen. Damit ergibt sich eine Mischung aus Auftrieb und Vortrieb, die eine klare Zielsetzung verwässern könnte. Dann wird die Pullbuoy bildhaft zu einem Krückstock, um eine schlechte Wasserlage zu kaschieren. Man gaukelt sich gern mal das Gefühl einer verbesserten Wasserlage vor. Eine nachhaltige Verbesserung der Körperposition wird man damit aber schwerlich erreichen können.

Für das Training zur Verbesserung der Wasserlage ein schwieriger Umstand, weil der Schwimmer für diese Verbesserung wenig bis nichts tun muss, sondern sie quasi leihweise zur Verfügung gestellt bekommt. Ein Lerneffekt ist nicht zu erwarten. Allenfalls das Gefühl, wie es wäre, mit einer höheren Wasserlage zu schwimmen, könnte kognitive Lernimpulse erzeugen.

„Kraul-Arme“

Der viel größere Einsatzweck einer Auftriebshilfe ist jedoch, die Arbeit der Arme in den Mittelpunkt zu rücken. Im Trainerjargon heißt das Schwimmen mit der Pullbuoy dann auch häufig einfach „Kraul-Arme“ – und die Schützlinge wissen Bescheid, was damit gemeint ist. Und jetzt verlagert sich der Fokus von einer unnatürlichen Verbesserung der Wasserlage zu zwei anderen, viel wichtigeren Trainingszwecken: der Stärkung der Armarbeit sowie die Berücksichtigung technischer Aspekte in der Unterwasserphase.

Die Stärkung der schwimmspezifischen Muskulatur wird dann häufig durch den Einsatz von Paddles trainiert, also durch die Vergrößerung der Antriebsfläche und damit einhergehend einem höheren Krafteinsatz Unterwasser. Setzt man diese Zielsetzung voraus, müsste die Pullbuoy die Sicherstellung der Wasserlage übernehmen. Denn nur dann kann man sich tatsächlich auf die Armarbeit konzentrieren. Was ist also zu tun?