Schneller Schwimmen Das offene Geheimnis des hohen Ellenbogens
Neben der Ausdauer geht es im Schwimmsport vor allem um die Kraft des Athleten. Im besten Fall verhält sich das Gewicht des Sportlers in einer idealen Relation zu seinen Kraftfähigkeiten. Dann spricht man von einer hohen Relativkraft – in etwa das, was man im Automobilrennsport als Leistungsgewicht bezeichnet, also die Kraft pro Kilogramm Körpergewicht.
Im Schwimmen haben schwere Athleten jedoch immer noch den Vorteil, dass sie, im Gegensatz zum Laufen, ihr eigenes Körpergewicht nicht tragen müssen. Die Auftriebseigenschaften des Wassers im Zusammenhang mit der Zusammensetzung des menschlichen Körpers unterdrücken diesen Aspekt. Wenn auch nicht völlig. Wohl aber ist dieses Phänomen eine Erklärung für die enormen Leistungssprünge der Schwimmzeiten in der Ära der Hightech-Anzüge. Besonders die schweren und kräftigen Athleten profitierten von der künstlichen Auftriebs- und Kompressionshilfe der Anzüge.
Effektive Druckphase
Zum Autor
Holger Lüning (Jahrgang 1965) ist Sportwissenschaftler und Schwimmtrainer mit über 25 Jahren Erfahrung im Hochleistungssport. Als Schwimmer war er Mitglied der Bundesligamannschaft des EOSC Offenbach gewann als Mastersschwimmer zahlreiche deutsche Meistertitel. Lüning ist Dozent in der Trainerausbildung und Autor von Fachbüchern und DVDs.
Und nur, wenn diese Position durch den Schwimmer erreicht wird, kann mit Beginn der Druckphase ein kraftvoller Abdruck aus dem gebeugten Ellenbogen nach hinten in Richtung Oberschenkel erfolgen. Gelingt dies nicht, und Hand und Unterarm bleiben in der Seitbetrachtung vor dem Ellenbogen, so wird ein Abdruck nach hinten fast nicht mehr möglich. Dies ist die Erklärung für den fast schon rituell anmutenden Ausspruch „Stell deinen Ellenbogen!“
Nun gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie das Anstellen des Ellenbogens ausgeführt werden kann. Dabei spielt auch das Kraftpotenzial eines Sportlers eine große Rolle, natürlich auch die Streckenlänge und die damit einhergehende Höhe des Kraftimpulses und zu guter Letzt die Stabilität des Schultergelenks als limitierende Faktoren.
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