Psychologie | 30. Dezember 2011

Jahreswechsel

Die Zeit der guten Vorsätze

Frank Wechsel | Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Spätestens wenn an Silvester die Böller und Sektkorken knallen, beginnt für viele das jährliche Wettrennen mit dem inneren Schweinehund – um das längstmögliche Durchhalten bei der Umsetzung der guten Vorsätze.

Tipp 1

Setzen Sie Prioritäten
Mit dem Umspringen der Jahreszahl können Sie nicht Ihr gesamtes Leben verändern. Denken Sie langfristig und gehen Sie nicht mit zu vielen guten Vorsätzen in die Silvesternacht – Sie könnten schnell auf der ganzen Linie scheitern. Überlegen Sie sich gut, welche drei Veränderungen in Ihrem Leben Ihnen nicht nur heute, sondern schon eine ganze Zeit lang wirklich auf dem Herzen liegen. Die übrigen können Sie diesen unterordnen oder gleich um ein Jahr verschieben. Oder auch ein halbes …

Tipp 2

Fassen Sie realistische Vorsätze
From Zero to Hero – auch in diesem ehrgeizigen Ziel steckt ein enormes Risiko. Fassen Sie Ihre Ziele und Vorsätze realistisch. Abnehmen von 100 auf 70 Kilogramm? Warum nicht erst einmal auf 80? Jedes Ziel hat einen Weg und der muss auch gangbar sein. Daher analysieren Sie zunächst den Ist-Zustand und überlegen dann, was Sie überhaupt in einem Jahr erreichen können und welcher Aufwand dafür nötig ist. So hat es bei erfahrenen Sportlern zum Beispiel wenig Sinn, die Belastung von einem Jahr zum nächsten um mehr als zehn Prozent zu steigern. Und das gilt auch für viele andere Lebensbereiche.

Tipp 3

Schließen Sie einen Vertrag mit sich
Ein guter Vorsatz darf nicht nur ein Hirngespinst sein, sondern sollte ernst gemeint sein. So ernst, dass Sie sich trauen dürfen, diesen schriftlich zu fixieren. Schließen Sie einen Vertrag mit sich selbst, in dem Sie vereinbaren, welches Ziel Sie mit welchen Mitteln wann erreichen wollen. Dieses Schriftstück können Sie später im Jahr immer wieder hervorholen, um Ihren Weg zu überprüfen. Ein Vertag ist jedoch nie eine einseitige Angelegenheit – fixieren Sie also gleich die Gegenleistung und Belohnung mit.

Tipp 4

Formulieren Sie Ihre Ziele positiv
Ziele sind umso reizvoller, je positiver sie belegt sind. „Schokoladenverzicht“ ist ein hartes Wort, wenn bisher jeden Abend der 100-Gramm-Riegel Zartbitter zu Ihrem Speiseplan zählte. „Fitnessgewinn“ hört sich da doch viel besser an. Ein halb leeres Glas kann auch halb voll sein – die Hälfte des Teilnehmerfeldes bei einem Wettkampf vor sich zu haben bedeutet auch, die andere Hälfte abgehängt zu haben. Ein Nichtraucher ist auch ein Frischluftatmer. Formulieren Sie Ihre Ziele und Vorsätze so positiv wie möglich.

Tipp 5

Legen Sie einen Zeitplan fest
Von 0 auf 100 – auf diesem Weg passieren Sie irgendwann die 50. Formulieren Sie daher für ihre wichtigsten langfristigen Vorsätze Zwischenziele und einen Zeitplan, wann Sie welche Stufe erreicht haben wollen. Das funktioniert nicht bei allen Zielen gleich gut, feste Überprüfungstermine, die mit in Ihren Vertrag gehören, helfen Ihnen aber in den meisten Fällen weiter. Sie geben Orientierung und immer wiederkehrende Motivationsschübe.