Psychologie | 17. August 2011

Renneinteilung

Beste Leistung bei eigener Wettkampfstrategie?

Frank Wechsel | Die optimale Einteilung eines Schwimmwettkampfs über eine längere Strecke ist für viele Schwimmer ein Buch mit sieben Siegeln. Nun fanden Forscher heraus: Wer sein eigenes Tempo wählt, schwimmt am schnellsten.
Die Wissenschaftler um Diplom-Sportlehrerin Sabrina Skorski vom Institut für Sport- und Präventivmedizin der Universität des Saarlandes hatten 13 Schwimmer eines regionalen Landeskaders in drei simulierte Wettkämpfe über 400 Meter Freistil geschickt - zunächst in einem eigenen Tempo, dem "selbst gewählten Pacingprofil", dann noch einmal mit einer schnelleren und schließlich mit einer langsameren 100-Meter-Angangszeit (oder - je nach Losergebnis - umgekehrt).
Während sich die maximalen Laktat- und Herzfrequenzwerte in keinem der Rennen signifikant unterschieden, war der Durchgang mit der selbst gewählten Renneinteilung bei den meisten Schwimmern der schnellste. Bei einem langsameren Anfangstempo gelang es den Probanden nicht, das Tempo auf den folgenden drei 100-Meter-Abschnitten so zu steigern, um den Rückstand wieder einzuholen. Bei einem schnelleren Anfangstempo wurden die folgenden Abschnitte langsamer geschwommen, nur zwei Schwimmer zeigten unter dieser Vorgabe die beste Leistung.

Im Einzelfall schlummern Leistungsreserven

Nach aktuellen Studien, so die Forscher, zeigten Spitzenathleten während ihrer Karriere eine stabile Form der Renneinteilung. "Es kann gefolgert werden, dass ein selbst gewähltes Pacingprofil im Schnitt zur besten Gesamtleistung in einem simulierten 400-Meter-Rennen führt", heißt es in der Schlussfolgerung der Studie. "Einzelne Schwimmer zeigten jedoch unter einem manipulierten Pacingprofil ihre beste Leistung, was andeutet, dass das selbst gewählte Pacingprofil in Einzelfällen nicht optimal ist."