Unterschätzte Geheimwaffe: Kraft

Es hört sich nach nicht viel an, wenn man in den Statistiken über die Entwicklung der menschlichen Kraft blättert. Dort liest man von einem durchschnittlichen jährlichen Verlust an Maximalkraft von ungefähr 1.5 Prozent ab dem 30. Lebensjahr. Rechnet man das aber einmal hoch, wird die Tragweite dieses Wertes jedoch mehr als deutlich.

| 30. Januar 2014 | TRAINING

Rücken | Ein starker Rücken kann entzücken. Aber überfordern Sie ihn nicht!

Ein starker Rücken kann entzücken. Aber überfordern Sie ihn nicht!

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Unterschätzte Geheimwaffe: Kraft

Es hört sich eigentlich nicht viel an, wenn man die Statistiken über die Entwicklung der menschlichen Kraft studiert. Dort liest man von einem durchschnittlichen Verlust an Maximalkraft von ungefähr 1,5 Prozent pro Jahr ab dem 30. Lebensjahr. Rechnet man das aber einmal hoch, wird die Tragweite dieses Wertes mehr als deutlich. Für den Masterssport ergibt sich daraus ebenfalls eine Konsequenz. Auch wenn der sportlich ambitionierte Schwimmer längst nicht mit derart hohen Verlustquoten kämpfen muss, so sollter er sich über eines bewusst sein: Man muss sich diesem Trend stellen, ganz gleich wie sportlich man ist.

Lüning | Holger Lüning

Holger Lüning

Und wer sich die Belastungsstruktur im Schwimmen ansieht, wird einen weiteren Aspekt ausmachen: Mit Ausnahme der Strecken ab 400 Metern ist eine der leistungsentscheidenden Fähigkeiten die Maximalkraft. Streckenlängen über 50, 100 oder 200 Meter mit Belastungszeiten von maximal drei bis vier Minuten stellen hohe Anforderungen an die Kraftausdauer. Und weil in diesem Begriff schon die beiden Komponenten Kraft und Ausdauer enthalten sind, gilt es, sich auch im Training damit auseinander zu setzen.

Hohe Intensitäten im Training

Die Ausdauer ist gewöhnlich das herausragende Element im Training eines Schwimmers. Da werden Intervall- und lange Dauerserien geschwommen, die für die Entwicklung des Herz-Kreislauf-Systems und anderer Parameter ideal geeignet sind. Geht es darum, die Fähigkeit der Kraftausdauer im Wassertraining zu verbessern, muss es schon etwas härter zur Sache gehen. Dann nämlich werden die Serien kürzer, die Pausen länger und die produzierten Laktatwerte deutlich höher. Das fühlt sich dann zwar recht mühsam und mitunter unkomfortabel an, ist aber das vorherrschende Trainingsmittel für die Entwicklung der Kraftausdauer.

Klassische Serien wie 8 x 50 Meter mit zwei Minuten Pause oder 4-6 x 100 Meter mit fünf Minuten Pause in maximalem Tempo reichen dann schon sehr stark an die im Wettkampf erforderlichen Stoffwechselbelastungen heran. Hier steht die Intensität also ganz klar im Fokus der Aufgabe.