Knowhow | 18. Januar 2012

Höhentrainingslager

Teil 3: Die Geschichte der Methode

Sonja Schleutker-Franke | Die Olympischen Spiele 1968 in Mexiko-City sind wahrscheinlich der Grund dafür, dass jedes Jahr Athleten ihre Sachen packen, um in der Höhe zu trainieren. swim blickt zurück auf die Geschichte der Methode.
Seit etwa 45 Jahren setzt sich die sportmedizinische Forschung mit der Leistungsfähigkeit und dem Training unter Höhenbedingungen auseinander. Erste Untersuchungen fanden anlässlich der Olympischen Spiele 1968 in Mexiko-City in einer Höhe von rund 2.200 Metern statt. Viele Sportnationen unternahmen besondere Anstrengungen, um Belastungen unter Höhenbedingungen zu erforschen, zu simulieren und das Training für die olympischen Wettkämpfe zu optimieren.

Leistungssteigerung im Flachland

Schon im Vorfeld der Spiele hatte man erkannt, dass es nach einem Training in der Höhe zur Leistungssteigerung auch im Flachland kommen kann, sich dieser Effekt jedoch nach einer bestimmten Zeit wieder verliert. Aufgrund der großen Erfolge von Langstreckenläufern aus den Hochländern Kenias und Äthiopiens auch in tiefen Höhenlagen konzentrierte man sich bald auf das Höhentraining als Vorbereitung für Wettkämpfe im Flachland.
Die wesentlichen Erkenntnisse aus der Leistungssportforschung der DDR für Ausdauersportarten wurden von Ulrich Fuchs und Manfred Reiß unter dem Titel „Höhentraining“ 1990 veröffentlicht – noch heute gilt das Werk als Standardliteratur für diese Trainingsform.

Höhentraining à la DDR

Um hohe Reisekosten zu sparen, wurde beispielsweise 1979 in Kienbaum in der damaligen DDR eine Unterdruckkammer gebaut, um das Training in den Ausdauersportarten zu optimieren. In dieser Kammer konnten Höhentrainingsbedingungen bis 4.000 Meter Höhe simuliert werden. 39 Sportler konnten dort gleichzeitig in zwei unterirdischen Kammern trainieren. Die Kammern waren luftdicht abgeschlossen, von einem dicken Betonmantel umgeben und nur durch eine Schleuse begehbar. Anfangs wurde die Unterdruckkammer von Läufern, Gehern, Radsportlern und Kanurennsportlern genutzt, später kamen weitere Spitzensportler hinzu.