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Im Sport geht es beim Ein- und Ausatmen um weit mehr als einfach nur Luftholen. Die Atemluft ist ein wichtiger Energieträger und sorgt nicht nur im Alltag dafür, dass uns die Luft buchstäblich nicht ausgeht. Wenn es nämlich um intensive Belastungen geht, müssen wir aktiv dafür sorgen, dass wir genug davon bekommen. Deshalb lohnt sich ein Blick auf die Atmung.

| 12. September 2013 | TRAINING

Lunge | Ausatmen unter Wasser.

Ausatmen unter Wasser.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

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Die Atmung ist einer der leistungslimitierenden Faktoren im Sport. Selbst wenn Apnoetaucher zehn Minuten und länger ohne Atmung auskommen, so funktioniert dies nur durch intensives Training und das Herunterfahren körperlicher Systeme auf ein Minimum. Im Ausdauersport hingegen, kann man seine Leistung vielleicht einige Sekunden ohne Atemzug aufrecht erhalten. Hochleistung unter akutem Atemmangel ist im Schwimmsport lediglich bei Wettkämpfen von 50 bis 100 Metern Streckenlänge möglich. Sinnvoll für längere Strecken ist jedoch die regelmäßige Zufuhr von frischem Sauerstoff, um eine Sauerstoffschuld im erträglichen Rahmen zu halten. Manchmal eine echte Gratwanderung.

Lüning | Holger Lüning

Holger Lüning

Denn nur mittels des Sauerstoffs können leistungsbringende Stoffwechselprozesse über eine längere Dauer überhaupt in Gang gesetzt und auf einem hohen Niveau stabilisiert werden. Der aerobe Stoffwechsel funktioniert, und da steckt es schon im Wort „aero“, so gut wie ausschließlich unter Verbrauch von Sauerstoff. Für sportliche Leistungen bedeutet dies, rechtzeitig in ausreichender Frequenz und ausreichender Tiefe ein- und auszuatmen.

Technik bestimmt Rhythmus

Im Schwimmen wird der Rhythmus bereits zu einem gewissen Grad durch die Technik der Schwimmarten vorgegeben. Der Sportler kann oftmals gar nicht so oft atmen, wie er das vielleicht gerne tun würde. Das hat aber auch sein Gutes, weil es durch die Limitierung dieses Vorgangs zu einem bewussteren Atmen kommen kann.

Es handelt sich deshalb um einen aktiven Vorgang. Sowohl beim Ein- wie auch beim Ausatmen wandert die Luft nicht ohne unser Zutun an die richtige Stelle. Eine gut ausgebildete Atemmuskulatur beschleunigt den Austausch von frischer und verbrauchter Luft. Besonders wichtig ist nach Meinung vieler Wissenschaftler, die Lunge soweit es geht, von verbrauchter Luft zu befreien. Was nichts anderes bedeutet, als aktiv auszuatmen und die Lunge zu leeren. Wird dies nicht gemacht, steigt der verbliebene Anteil an verbrauchter Luft in der Lunge, der sogenannte Totraum. Bleibt die Atmung weiter flach, so erhöht sich dieser Anteil, es kommt zur hochfrequenten Hechelatmung und die Schwimmgeschwindigkeit fällt dramatisch ab.