Knowhow | 1. April 2011

Mehr Luft für den Endspurt? Sondertraining für die Atemmuskulatur

Nis Sienknecht | Haben Sie schon einmal einen Spitzenschwimmer im Siegerinterview erlebt? Auch zehn Minuten nach dem Finale japsen die Stars nach Luft. So traineren Sie Ihre Atem-Power.
Die Atmungstechnik und die Kraft der Atemmuskulatur besitzen nach neueren Erkenntnissen eine große Bedeutung, obwohl noch nicht genau geklärt werden konnte, wie diese Faktoren auf ein Training rückwirken. Da die energetischen Reserven des Sportlers begrenzt sind, kann eine Energieeinsparung im Bereich der Atemmuskulatur in anderen Bereichen genutzt werden. So können Sie vielleicht länger oder schneller schwimmen. Wir stellen Ihnen eine Möglichkeit vor, mit der Sie möglicherweise Verbesserungen in diesem Bereich erzielen können.

An der Uni aus der Puste

Beeindruckende Ergebnisse konnten Forscher des Instituts für Sport und Präventivmedizin an der Universität Stuttgart feststellen, welche die Auswirkungen eines speziellen Trainings der Atemmuskulatur untersuchten. So konnte eine 40-prozentige Erhöhung der Belastungsdauer an der anaeroben Schwelle nachgewiesen werden.
Der Versuch bestand in einem fünfmaligen halbstündigen Training pro Woche über eine Dauer von fünf Wochen. Ein sieben Zentimeter breites Latexgummiband wurde den Testpersonen während der Belastung um die Brust gebunden, um die Atemmuskulatur zu trainieren.

Atemtrainer aus Latex

Es spricht nichts dagegen, dieses selbst mal auszuprobieren: Nehmen Sie ein Latexgummiband (zum Beispiel "Thera-Band") und wickeln Sie es dreimal um den Brustkorb über das Zwerchfell am unteren Rippenansatz. Der Brustkorb arbeitet nun bei jeder Einatmung gegen den moderaten Gummiwiderstand. Damit trainieren Sie 30 bis 45 Minuten im Ausdauertraining für die nächsten fünf Wochen.