So schwimmt man 1.500 Meter heute

Das Pacing muss stimmen! Wer über 1.500 Meter Freistil ins Rennen geht, muss mit seinen Ressourcen umgehen können. Stimmt die Renneinteilung nämlich nicht, wird die längste Wettkampfstrecke im Pool schnell zur schmerzvollsten.

| 18. September 2014 | TRAINING

Gregorio Paltrinieri (ITA) - 800 m Freistil

Foto >Daniel Kopatsch

So schwimmt man 1.500 Meter heute

Neben konditionellen Voraussetzungen ist über die lange Strecke vor allem mentale Stärke gefragt. Dranbleiben oder ziehen lassen – diese Frage stellt man sich bei fast jedem Zug.

Im Gegensatz zu den mittellangen bis langen Laufentscheidungen auf der Leichtathletik-Bahn, wo man in taktischen Rennen mit Zeiten auch weit jenseits der Bestmarken schon mal einen Titel im Endspurt erkämpfen kann, ist die Lage im Pool etwas anders. Nahezu jeder Athlet kennt für sich vor allem erst einmal ein Ziel: die persönliche Bestzeit zu unterbieten. So ist ein Rennen über die "Marathondistanz" der Beckenschwimmer immer ein schmaler Drahtseilakt zwischen individuell idealem Tempo und dem gefürchteten Einbruch beim Dranbleiben an den Konkurrenten.

1.500 m, Männer, EM 2014

PlatzName1. Häfte2. HälfteGesamt

1

Gregorio Paltrinieri

7:17

7:22

14:39 min.

2

Pal Joensen

7:25

7:25

14:50 min.

3

Gabriele Detti

7:24

7:28

14:52 min.

4

Stephen Milne

7:27

7:26

14:53 min.

5

Jay Lelliott

7:26

7:32

14:58 min.

6

Gergely Gyurta

7:27

7:36

15:03 min.

7

Richard Nagy

7:33

7:38

15:11 min.

8

Antonio Arroyo Perez

7:34

7:42

15:16 min.

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In der Weltklasse zeigt sich von jeher eine taktische Aufteilung, die von zwei mehr oder weniger gleich schnellen Rennhälften geprägt ist. Rechnet man den Zeitvorteil durch den Startsprung einmal ab, so versuchen die Athleten, möglichst früh in den Rhythmus zu kommen und von vornherein ein sehr gleichmäßiges Tempo zu schwimmen. Das fühlt sich am Anfang vielleicht nicht sofort schnell an, ist jedoch eine kluge Wahl. Das Rennen kennzeichnet sich demzufolge nicht durch schnelles Angehen, sondern durch das möglichst zügige Einpendeln der wichtigen Paramater Koordination, Zugfrequenz und Stoffwechsel. Nur wenn diese Einstellmechanismen schnell und optimal verlaufen, ist ein konstantes Tempo über die gesamte Distanz zu erwarten.