Schneller schwimmen mit Neopren

Ein Neoprenanzug sorgt für Wärme im kalten Wasser. Punkt. Dass er nebenbei auch die Wasserlage erheblich verbessert, ist für viele ein angenehmer Nebeneffekt. Doch wie gehe ich damit am besten um? Und was springt wirklich für mich heraus?

| 6. Juni 2013

Neopren

Schwimmer mit Neopren auf Lanzarote.

Foto > Michael Rauschendorfer

Schneller schwimmen mit Neopren

Die Freiwassersaison ist angebrochen und die Anzahl der Wettkämpfe für Schwimmer und Triathleten steigt. Während die Open-Water-Schwimmer erst ab einer Wassertemperatur von 16 Grad schwimmen dürfen und Kälteschutzanzüge dabei verboten sind, ist es im Triathlonsport und bei einigen Jedermann-Schwimmwettbewerben in der Regel ab 22 Grad und kühler erlaubt, einen Neoprenanzug zu tragen. In Schwimmer- wie in Triathletenkreisen drängt sich dabei stets die selbe Frage auf: was bringt mir ein Neoprenanzug eigentlich in puncto Geschwindigkeit?

Lüning

Holger Lüning

Zunächst einmal soll die Gummihaut dem Auskühlen des Körpers entgegenwirken. Somit ist die originäre Funktion eines Neoprenanzugs die der Sicherheit. Die Eigenschaften des Anzugs verhelfen Schwimmern jedoch zu mehr. Denn das Material bringt enormen Auftrieb. Doch wie nutzt man diesen Effekt individuell am besten?

Energie sparen oder mehr Tempo?

Wenn man von einer Sekunde auf die andere in eine Weltklasse-Wasserlage katapultiert wird, heißt es natürlich, auf diese Situation adäquat zu reagieren. Und diese Antwort kann grundsätzlich zwei Ausprägungen haben.

1. Energieeinsparung bei gleichem Tempo

Die spektakulär verbesserte Wasserlage verringert vor allem die Wasserwiderstände. Somit kann eine vergleichbare Geschwindigkeit, die man in Badehose oder Schwimmanzug erreicht, nun mit deutlich weniger Energie realisiert werden. In dem Fall kann das Bewegungsmuster ohne Veränderung bleiben. Jedoch kommt es nicht zu einer signifikanten Erhöhung des Schwimmtempos.

2. Erhöhung der Geschwindigkeit durch Anpassung der Technik

Das Neoprenmaterial und die eingelassenen Luftbläschen sorgen für die perfekte Wasserlage. Dies reduziert den Kraftaufwand. Ein deutlich höheres Tempo erreichen Sie jedoch nur, wenn Sie auf diese Erleichterung mit einer höheren Zugfrequenz reagieren.

Neoprenanzug

Der Auftrieb des Neoprenanzugs verbessert die Wasserlage.

Foto > Frank Wechsel / spomedis

7 Sekunden auf 100 Meter

Was ist nun die bessere Methode? So zu schwimmen wie immer und Energie zu sparen oder die Technik auf die veränderte Situation anpassen und damit ein hohes Tempo realisieren? Besonders für Triathleten, die noch Radfahren und Laufen müssen, keine leichte Entscheidung.

Vielleicht hilft Ihnen ein Vergleich der Schwimmzeiten, um eine Entscheidung zu treffen. In vielen Praxistests haben wir versucht, den möglichen Zugewinn an Geschwindigkeit zu messen. Auch wenn diese Tests keine wissenschaftlichen Kriterien erfüllen, so gehen wir im Mittel von einer Steigerung des durchschnittlichen 100-Meter-Tempos im Bereich zwischen vier und sieben Sekunden.