Optimale Regeneration zwischen den Starts

Im Gegensatz zu vielen anderen Sportarten, charakterisiert sich der schwimmerische Wettkampf häufig dadurch, dass man an einem Tag oder sogar in einem einzelnen Abschnitt mehrere Starts zu absolvieren hat. Die Suche nach der optimalen Erholungsmethode zwischen diesen Starts ist deshalb eine zentrale Frage für optimale Leistungen.

| 10. April 2014 | TRAINING

Jugendwettkämpfe | Jugendwettkämpfe

Jugendwettkämpfe

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Besonders bei Jugend- und Masterswettkämpfen sind häufige Starts in einem Wettkampfabschnitt an der Tagesordnung. Doch auch im Spitzenbereich kann es durch Vor-, Zwischen- und Endläufe zu eng aufeinander folgenden Starts kommen. Und nur ganz selten kann man sich in allen angesprochenen Situationen mit suboptimalen Leistungen zufrieden geben. Wie erholt man sich schnell und effektiv?

Lüning | Holger Lüning

Holger Lüning

Um die muskuläre Anspannung, die sich zwangsläufig durch die hohe Anforderungen ergibt, zu neutralisieren, empfiehlt es sich, lockernde gymnastische Übungen oder im Idealfall eine Massage durchzuführen. Eine Empfehlung, die von allen Experten gegeben wird und durch zahlreiche Studien belegt wurde, ist eine weitere wichtige Erkenntnis: aktive Pause geht vor passive Pause!

Laktat schnellstmöglich abbauen

Versuchen Sie also, sich moderat zu bewegen! Besonders die hohen Laktatwerte, die sich durch die maximale Anstrengung ergeben, sollten schnellstmöglich abgebaut werden. Untersuchungen haben ergeben, dass Sie dies am besten und effektivsten mittels einer aktiven Pause in Form leichter Bewegung tun. Und auch hier gibt es wiederum einige Empfehlungen, die den Abbau der Stoffwechselendprodukte beschleunigen können.

Untersuchungen an Schwimmern haben gezeigt, inwieweit es Unterschiede in der Art und Weise der Nachbereitung schwimmersicher Anforderungen gibt. So wurden Schwimmer nach einer maximalen anaeroben Ausbelastung zu einer leichten, mehrminütigen Bewegung aufgefordert. Gruppe 1 absolvierte ein lockeres Schwimmen, wohingegen Gruppe 2 auf dem Fahrradergometer locker pedalierte.

Leichte Beinaktivität sinnvoll

Da die Belastung im Schwimmen hauptsächlich auf der Armmuskulatur lastet, zeigte sich bei Gruppe 2 ein signifikant schnellerer Laktatabbau durch den Haupteinsatz der tendenziell frischeren Beinmuskulatur. Das könnte für die Wettkampfpraxis bedeuten, eine leichte Beinaktivität einer leichten Armaktivität zu bevorzugen. Gehen Sie also spazieren oder fahren Sie, wenn vor Ort umsetzbar, ein paar Minuten entspannt mit dem Rad! Hier haben Sie sogar den Vorteil, das eigene Körpergewicht nicht selbst tragen zu müssen, womit Sie den Bewegungsapparat von der Stützarbeit weitestgehend befreien können.

Ein leichter Gang um das Schwimmbad herum genügt aber schon, um die Laktatrückstände schneller abzubauen und die Muskulatur offensichtlich schneller regenerieren zu können. Haben Sie ein Fahrradergometer im eigenen Trainingsbad, könnten Sie diese Studienergebnisse einmal in der Praxis überprüfen. Zwischen zwei anaeroben Trainingsaufgaben mit hohen Laktatwerten, bietet sich eine ideale Gelegenheit, um eine individuelle „Erholungsstrategie“ zu ermitteln.

Fest steht jedoch: Eine aktive Pause ist einem kleinen Nickerchen immer vorzuziehen.
In der Kombination mit einem Getränk, das mit Kohlenhydraten und Proteinen angereichert ist, geben Sie dem Organismus darüber hinaus die optimalen Nährstoffe, um Sie schnellstmöglich wieder fit an den Start zu gehen.