Korrektes Dehnen erhöht die Reichweite der Extremitäten und kann die Leistung förnern.

Frank Wechsel / spomedis

Dehnen
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Knowhow | 2. Mai 2013

Flexibilität Mit längeren Zügen schneller schwimmen

Holger Lüning | Wer möchte nicht gern mit raumgreifenden Zügen schwimmen? Neben der Kraft spielt die Flexibilität dabei eine entscheidende Rolle. Mit den richtigen Methoden zur Muskeldehnung können Sie ihre Leistung erheblich verbessern. swim.de-Experte Holger Lüning gibt einen Einblick in die theoretischen Grundlagen.

In den Neunzigern entbrannte in der Sportwissenschaft eine hitzige Diskussion über richtiges und falsches Dehnen. Das Lager spaltete sich in die Anhänger des aktiven Dehnens, also mittels schwingender Dehnungsübungen, und der Befürworter des statischen Dehnens.

Einigkeit besteht in der Feststellung, dass eine flexible Muskulatur im Schwimmen erhebliche Vorteile mit sich bringt. Spart man bei jeder Bewegung nur ein wenig Energie oder erzielt – z. B. durch eine verbesserte  Zuglänge – eine höhere Leistung bei gleichem Aufwand, dann kann der Zeitgewinn immens sein. Verkürzte Muskeln bedeuten demzufolge immer auch eine Bewegungslimitierung! Das Training der Flexibilität sollte folgerichtig Bestandteil Ihres Trainings sein. [image nid=23095 format=img_marginal order=ia class="marginal img"]

Wippen oder statisch?

Deutlich wird der Zusammenhang, wenn man sportliche Bewegungen analysiert. Versuchen Sie doch mal, einen Ball sehr weit zu werfen. Sie werden feststellen, dass Sie die Muskulatur im Schulterbereich weit vordehnen, um den Ball weit hinauszuschleudern. Je weiter Sie den Wurfarm nach hinten bewegen können desto höher ist der Schwung. Der Ball fliegt weiter! [insert nid=23091 field=subtext id=0 class="box marginal"]

Doch zurück zu den Theorien des korrekten Dehnens. Die aus der Gymnastik stammenden, wippenden Bewegungen wurden von den Experten in den Achtzigern als verletzungsfördernd betrachtet. Zudem stellte man fest, dass der Muskel bei einer plötzlichen Überdehnung, z. B. durch wippende Bewegungen, einen eigenen Schutzmechanismus aktiviert, der den Muskel sofort wieder kontrahieren (also zusammenziehen) lässt. So gesehen schien das Ergebnis des dynamischen Dehnens eher kontraproduktiv.

Neue Idee: Stretching

Diesen Schutzmechanismus konnte man Untersuchungen von Sven-A. Sölveborn (1983) und Karl-Peter Knebel (1985) zufolge durch langsame, behutsame oder sogar statische Dehnungsübungen in der finalen Dehnungsposition ausschalten. Diese Form des Dehnens führte über neuronale Mechanismen sogar zu einem deutlichen Abfall der Muskelspannung – der Relaxation oder der sogenannten Detonisierung. Das Ziel schien erreicht, die Idee des Stretchings war geboren. Dynamisches und schwingendes Dehnen wurde als altmodisch betrachtet.

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