Impulse setzen, denn schnell macht schneller!

Impulse setzen und Spuren hinterlassen. In diesen Worten steckt unmissverständlich: eine Aktion! Doch nicht nur im zwischenmenschlichen oder beruflichen Umgang kann das Platzieren von Impulsen zu Bewegung führen. Im Schwimmen ist der Impuls auf das Wasser das entscheidende Momentum, um sich zu beschleunigen.

| 13. Februar 2014 | TRAINING

Paul Biedermann (SV Halle)_1 | Schwimmen wie Paul Biedermann? Das lernen Sie bei der arena swim academy in Hamburg.

Schwimmen wie Paul Biedermann? Das lernen Sie bei der arena swim academy in Hamburg.

Foto >arena

Impulse setzen, denn schnell macht schneller!

Wie machen Sie das, wenn Sie einen Nagel in die Wand befördern möchten? Wahrscheinlich versuchen Sie, den Nagel mit möglichst schnellen Bewegungen und einem kurzen Kontakt zwischen Hammer und Nagelkopf in die Wand einzuschlagen. Können Sie sich vorstellen, dass diese Bewegung bestens dokumentiert, wie schnelles Schwimmen funktioniert?

Beim Schwimmen geht es um nichts anderes, als einen Impuls der Antriebsflächen auf das Wasser auszuüben. Und am besten kurz und schnell, denn das Wasser wird härter je schneller und dynamischer Sie Druck gegen dieses verformbare Medium ausüben. Und genau dieser Härtegrad des Wassers entscheidet, wie effektiv man sich abdrücken, also beschleunigen kann. Sie haben es also wortwörtlich selbst in der Hand.

Lüning | Holger Lüning

Holger Lüning

Effektiv abdrücken

Und da taucht auch schon ein mögliches Problem auf. Wie findet man den passenden Zeitpunkt? Es macht ja auch keinen Sinn, wenn die Ausholbewegung mit dem Hammer bis zum Zielpunkt des Auftreffens auf den Nagelkopf hin abnimmt. Und doch passiert genau das gar nicht so selten im Breitensportbereich, bei Seiteneinsteigern aber auch bei erfahrenen Schwimmern.

Unterwasserphase | Progressiver Abdruck: Die Zuggeschwindigkeit wird während der Unterwasserphase gesteigert.

Progressiver Abdruck: Die Zuggeschwindigkeit wird während der Unterwasserphase gesteigert.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Ein Problembegriff in diesem Zusammenhang heißt, und da nehmen wir die Spitzenklasse der Schwimmer ausdrücklich aus, Wasserfassen. Nein, bitte nicht falsch verstehen! Natürlich hat das korrekte Wasserfassen, also der Einsatz der Hände mit dem Beginn der Zugphase, seine absolute Berechtigung. Dennoch wird dieser Begriff im Breitensport noch immer mit dem Merkmal gleichgesetzt: Wer das Wasserfassen nicht beherrscht, der ist nicht in der Lage, einen effektiven Unterwasserzug durchführen zu können. Oder anders: was du vorne verlierst, kannst du hinten nicht mehr gut machen. Eine Fehleinschätzung. Zur Erhärtung der Beweislage werden dann Unterwasser-Videos von Weltklasseschwimmern wie Grant Hackett oder Sun Yang mit extremer Anstellposition in der Zugphase in die bekannten Foren gepostet. Mit dem gut gemeinten Hinweis: bitte nachmachen!