Locker und entspannt: Das Vorschwingen der Arm dient der Erholung Ihrer Muskulatur.

Frank Wechsel / spomedis

So geht's
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Knowhow | 7. Februar 2013

Überwasserphase Immer locker bleiben!

Holger Lüning | Man könnte meinen, die Überwasserphase beim Kraulschwimmen sei Zeitverschwendung. Wo kein Wasserkontakt besteht, kann schließlich auch kein Vortrieb erzeugt werden. Doch das Gegenteil ist der Fall: Die Überwasserphase ist sehr viel mehr als das bloße Vorschwingen der Arme.
Holger Lüning
Schaut man sich Ausdauersportarten an, so einen sich in ihnen vor allem zwei Aspekte. Einerseits handelt es sich ausnahmslos um zyklische Sportarten. Charakteristisch für diese Bewegungsformen ist die wiederkehrende Bewegungsausführung in identischen Zyklen und Mustern. Die zweite Eigenart der Ausdauersportarten zeigt sich in dem steten Wechsel zwischen muskulärer Belastung und Entlastung.
Zum Autor
Holger Lüning (Jahrgang 1965) ist Sportwissenschaftler und Schwimmtrainer mit über 25 Jahren Erfahrung im Hochleistungsport. Als Schwimmer war er Mitglied der Bundesligamannschaft des EOSC Offenbach gewann als Mastersschwimmer zahlreiche deutsche Meistertitel. Lüning ist Dozent in der Trainerausbildung und Autor von Fachbüchern und DVDs.
Genau diese zwei Merkmale sind der Garant dafür, dass Sie stundenlang Joggen, Wandern, Ski-Langlaufen, Radfahren oder Schwimmen können. Denn stellen Sie sich vor, Sie müssten (wie bei einem Rückschlagspiel) ständig neue Bewegungsmuster innerhalb Bruchteile einer Sekunden ansteuern, so hätten Sie sehr schnell ein energetisches Problem, weil die mentale und physiologische Herausforderung sehr hoch wäre. Die Phase der muskulären Entlastung ist deshalb enorm wichtig, weil sie vor allem eins bedeutet: Regeneration! Und da sind wir bei der Überwasserphase im Schwimmen.
Reißverschluss
Übung Reißverschluss: Berühren Sie beim Vorschwingen der Arme mit den Fingerspitzen Ihre Körperlängsseite.
©Frank Wechsel / spomedis
Alles, was über der Wasseroberfläche geschieht, dient nämlich der Erholung! Nach der anstrengenden Unterwasserphase, in der Sie für den notwendigen Vortrieb gesorgt haben, gilt es nun, sich zu erholen. Gelingt es Ihnen in der Überwasserphase nicht, die Muskulatur zu entspannen, drohen ein unnötiger Energieverlust und eine damit Leistungseinbuße.

Wechsel aus Be- und Entlastung

Lockerheit ist eines der am häufigsten verwendeten Worte im Schwimmerjargon. Nur wer locker ist, kann gute Leistungen vollbringen. Das spricht die mentale Haltung eines Sportlers an, vielmehr jedoch seine Fähigkeit, die Muskulatur im entscheidenden Moment zu entspannen.
Die Grundvoraussetzung dafür ist zunächst einmal eine flexible und entspannte Rücken-, Schulter- und Nackenmuskulatur. Das Training an Land genießt deshalb einen hohen Stellenwert. Denken Sie nur an einen olympischen Endlauf und die vielen schwingenden Arme der Sportler hinter den Startblöcken. Lockerheit ist Trumpf!

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