Die Zugfrequenz ist beim Kraulschwimmen mitentscheidend.

Michael Rauschendorfer

Jan David Schepers schwimmt die 4 x 100 m Lagenstaffel der SG Essen zum DM-Sieg.
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Knowhow | 9. Mai 2013

Zugfrequenz Gibt es den geborenen Sprinter?

Holger Lüning | Zwischen talentierten Ausdauersportlern und begabten Kurzdistanzlern gibt es ein entscheidendes Unterscheidungsmerkmal: die Zusammensetzung der Muskulatur, genauer: Das Verhältnis aus schnell und langsam zuckenden Muskelfasen. Dieses ist in großen Teilen vorherbestimmt.
Die Wissenschaft ist sich einig, dass die Muskelfaserzusammensetzung weitestgehend genetisch festgelegt ist. Zwar ist das Ausmaß der Verteilung an schnell und langsam zuckenden Fasern veränderbar, jedoch nur in sehr bescheidenem Maße. Deshalb sieht man auf kurzen Schwimmstrecken auch völlig andere Bewegungs- und Frequenzmuster als auf den Mittel- und Langstrecken. Und dennoch geht es im Schwimmsport immer auch darum, die individuell optimale Frequenz zu ermitteln. Sie ist ein leistungsbestimmender Faktor.
Bei der menschlichen Bewegung werden die Extremitäten, die für den Vortrieb verantwortlich sind, über Muskeln und Gelenke bewegt. Die Muskeln setzen sich bei jedem Menschen individuell verschieden zusammen. Die Verteilung von langsam (Slowtwitch) und schnell (Fasttwitch) zuckenden Muskelfasern ist weitestgehend genetisch festgelegt.
Alain Bernard
Für viele der Prototyp eines Sprinters: "Muskelmann" Alain Bernard, Olympiasieger über 100 Meter Freistil (2008).
©Frank Wechsel / spomedis

Slowtwitch und Fasttwitch

Die Frequenz, in der die Muskulatur zur Kontraktion gebracht wird, hängt zum einen von der Muskelfaserzusammensetzung ab und zum anderen von der Geschwindigkeit der Nervenleitung. Also der Fähigkeit, einen Bewegungsauftrag in möglichst kurzer Zeit an die richtigen Muskelfasern zu senden. Auch hier gibt es individuelle Unterschiede, die teilweise durch Training veränderbar sind.
Zyklische Sportarten wie das Schwimmen kennzeichnen sich durch identische Bewegungsmuster (Bewegungszyklen), die sich ständig wiederholen. Allein auf einer 400-Meter-Strecke können Sie mit rund 300 Einzelbewegungen rechnen. Durch jede einzelne Muskelkontraktion und der damit verbundenen Komprimierung der umgebenen Kapillaren erzeugen Sie einen kurzfristigen Engpass in der energetischen Versorgung der betreffenden Muskulatur.

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