Saubere Sache?
Die Wasserqualität deutscher Badegewässer
Frau Dr. Szewzyk, woran erkennt ein Schwimmer, ob ein Badegewässer verschmutzt ist?
Beim Baden gibt es zwei hygienische beziehungsweise mikrobiologische Gefahren: Krankheitserreger und Cyanobakterien. Ob Krankheitserreger in erhöhter Konzentration vorliegen, kann ein Schwimmer nicht erkennen. Sie sollten aber auf allgemeine Verschmutzungsanzeichen achten: trübes Wasser, Müll im Umfeld, Weidetiere direkt am Gewässer. Die Gefahr durch Cyanobakterien können Sie durch die auffällige blaugrüne Färbung selbst erkennen. Es gibt eine Faustregel: Gehen Sie bis zu den Knien ins Wasser. Wenn Sie Ihre Zehen dann nicht mehr erkennen können, sollten Sie besser nicht schwimmen.
Wasser-Wacht
Die Europäische Kommission und die Europäische Umweltagentur veröffentlichen jedes Jahr den „Badegewässer-bericht“, in dem Sie nachschauen können, wie es um die Gewässer in Ihrer Region steht.
Für die Überwachung der Badegewässer sind die Bundesländer verantwortlich.
Beim Baden gibt es zwei hygienische beziehungsweise mikrobiologische Gefahren: Krankheitserreger und Cyanobakterien. Ob Krankheitserreger in erhöhter Konzentration vorliegen, kann ein Schwimmer nicht erkennen. Sie sollten aber auf allgemeine Verschmutzungsanzeichen achten: trübes Wasser, Müll im Umfeld, Weidetiere direkt am Gewässer. Die Gefahr durch Cyanobakterien können Sie durch die auffällige blaugrüne Färbung selbst erkennen. Es gibt eine Faustregel: Gehen Sie bis zu den Knien ins Wasser. Wenn Sie Ihre Zehen dann nicht mehr erkennen können, sollten Sie besser nicht schwimmen.
Welche Gewässer sind besonders gefährdet?
Gewässer mit erhöhter Nährstoffkonzentration und fäkaler Verunreinigung – darauf weisen die bereits erwähnten Anzeichen hin. Vor allem an Flüssen ist es schwierig, eine gute Badegewässerqualität zu erhalten: Oft werden Abwässer eingeleitet, bei Regen gelangen Verschmutzungen ins Wasser, das Sediment wird aufgewühlt.
Gewässer mit erhöhter Nährstoffkonzentration und fäkaler Verunreinigung – darauf weisen die bereits erwähnten Anzeichen hin. Vor allem an Flüssen ist es schwierig, eine gute Badegewässerqualität zu erhalten: Oft werden Abwässer eingeleitet, bei Regen gelangen Verschmutzungen ins Wasser, das Sediment wird aufgewühlt.
Was sollte ein Schwimmer tun, der den Verdacht hat, sein Trainingsrevier sei verschmutzt?
Die Überwachung der Badegewässer ist Ländersache und je nach Bundesland sind unterschiedliche Behörden zuständig. Im Verdachtsfall sollten Sie bei der zuständigen Behörde nachfragen, ob das Gewässer überwacht wird und, falls nicht, wer eine Probennahme und Untersuchung durchführen könnte. Eventuell muss die Analyse dann aber selbst bezahlt werden.
Die Überwachung der Badegewässer ist Ländersache und je nach Bundesland sind unterschiedliche Behörden zuständig. Im Verdachtsfall sollten Sie bei der zuständigen Behörde nachfragen, ob das Gewässer überwacht wird und, falls nicht, wer eine Probennahme und Untersuchung durchführen könnte. Eventuell muss die Analyse dann aber selbst bezahlt werden.
Wie werden Wasserproben in Analyselabors beurteilt und ab wann sollte man ein Gewässer besser meiden?
Die Bezeichnung für die Qualität von Badegewässern ist in den Bundesländern leider nicht einheitlich und wird im Moment zusätzlich erschwert, da wir uns in der Übergangsphase zwischen der Beurteilung nach alter und neuer Badegewässerrichtlinie befinden. Ursprünglich gab es die unverbindlichen Kategorien „gut“, „akzeptabel“ und „unzureichend. In Zukunft wird es vier Kategorien geben: „ausgezeichnet“, „gut“, „ausreichend“ und „mangelhaft“. Bis „ausreichend“ gilt ein Gewässer als zum Baden geeignet. Aber das Risiko einer Infektion durch Krankheitserreger nimmt natürlich mit dem Grad der Verschmutzung von „ausgezeichnet“ bis „ausreichend“ zu. Deshalb gilt: Je sauberer, desto besser.
Die Bezeichnung für die Qualität von Badegewässern ist in den Bundesländern leider nicht einheitlich und wird im Moment zusätzlich erschwert, da wir uns in der Übergangsphase zwischen der Beurteilung nach alter und neuer Badegewässerrichtlinie befinden. Ursprünglich gab es die unverbindlichen Kategorien „gut“, „akzeptabel“ und „unzureichend. In Zukunft wird es vier Kategorien geben: „ausgezeichnet“, „gut“, „ausreichend“ und „mangelhaft“. Bis „ausreichend“ gilt ein Gewässer als zum Baden geeignet. Aber das Risiko einer Infektion durch Krankheitserreger nimmt natürlich mit dem Grad der Verschmutzung von „ausgezeichnet“ bis „ausreichend“ zu. Deshalb gilt: Je sauberer, desto besser.
Mögliche Erreger in Gewässern
Blaualgen (Cyanobakterien)
Infektionsweg: oral (Schlucken von Wasser)
Inkubationszeit: 1-5 Stunden
Symptome: Magen-Darm-Beschwerden, Ausschlag, Leberschäden
Behandlung: Medizinalkohle, symptomatisch, u. U. Antidot
Kolibakterien (E. coli)
Infektionsweg: oral
Inkubationszeit: 15-50 Stunden
Symptome: wässriger Durchfall, Bauchkrämpfe
Behandlung: symptomatisch, u. U. Antibiotika
Hepatitis-A-Virus
Infektionsweg: oral
Inkubationszeit: 15-50 Tage
Symptome: gerippeähnliche Appetitlosigkeit, Übelkeit, Gelenkschmerzen, Ausschlag, dunkler Urin, Gelbfärbung von Haut und Augen
Behandlung: Bettruhe, Alkoholverzicht, möglichst keine Medikamente
Leptospira-Bakterien
Infektionsweg: über die Schleimhäute oder kleine Hautverletzungen
Inkubationszeit: 5-14 Tage
Symptome: grippeähnlich (Fieber, Schüttelfrost, Kopf-/Gliederschmerzen), Bindehautentzündung, Unterschenkelschmerzen, Leber- und Nierenschäden
Behandlung: Antibiotika, später nur noch symptomatisch
Norovirus
Infektionsweg: oral
Inkubationszeit: 6-48 Stunden
Symptome: heftiger Durchfall, Erbrechen
Behandlung: symptomatisch
Shigellen
Infektionsweg: oral
Inkubationszeit: 2-4 Tage
Symptome: heftiger Durchfall, Fieber, Bauchkrämpfe, Kopf- und Gelenkschmerzen
Behandlung: Antibiotika, symptomatisch
Wechseltierchen (Amöben)
Infektionsweg: oral
Inkubationszeit: 1-4 Wochen
Symptome: Durchfall, Leberabszess
Behandlung: Antibiotika







