Die Theorie des Blocktrainings im Schwimmen

Grundsätze zur Periodisierung des Trainings existieren seit über 50 Jahren. Doch den vielschichtigen Veränderungen im modernen Spitzen- und Breitensport scheinen die traditionellen Trainingsmodelle nicht immer ideal zu entsprechen. Das meinen jedenfalls einige Wissenschaftler. Wir haben uns das Modell des Blocktrainings genauer angesehen.

| 5. Dezember 2013 | TRAINING

Trainer | Training auf Hawaii.

Training auf Hawaii.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Die Theorie des Blocktrainings im Schwimmen

Mal ganz provokativ gefragt: Würden Sie heute mit Sportgeräten aus den 60er-Jahren einen Wettkampf bestreiten? Glauben Sie, Sie wären damit konkurrenzfähig? Die Antwort auf diese rhetorische Frage ergibt sich von selbst. Sie soll auch nur dazu dienen, Sie für Veränderungen empfangsbereit zu machen. Denn es lohnt sich, einen Blick auf alternative Ansätze zur Trainingsgestaltung zu werfen. Dabei scheint das Blocktraining eine interessante Alternative zu sein, um nicht nur heutige Ansprüche, sondern auch wissenschaftliche Erkenntnisse der letzten Jahre zu berücksichtigen.

Lüning | Holger Lüning

Holger Lüning

„Das gleichzeitige Training verschiedener Fähigkeiten beeinträchtigt die Effektivität des Trainings.“

Vladimir Issurin, russischer Sportwissenschaftler

Russische Forscher um den Sportwissenschaftler Vladimir Issurin nahmen sich dieser Herausforderung an und begannen in den 80er-Jahren mit einigen Sportlern am Modell der Block-Periodisierung zu arbeiten. Und schon mit der „sportlichen Wiedergeburt“ von Vladimir Salnikow, Olympiasieger 1988 über 1.500 Meter Freistil und erster Schwimmer unter 15 Minuten, konnte man erste Erfolge feiern. Das Training einzelner, isolierter motorischer Fähigkeiten in Trainingsblöcken war das Herzstück des neuen Konzeptes.

Issurin: „Das gleichzeitige Training verschiedener Fähigkeiten beeinträchtigt die Effektivität des Trainings.“ Hinter dieser Aussage verbirgt sich der Ansatz, möglichst wenig sportart-spezifische Inhalte im Training zu vermischen. „Der Körper kann nur eine bestimmte Anzahl unterschiedlicher Trainings-Stimuli verkraften“, so der Wissenschaftler anlässlich eines Trainer-Kongresses in Budapest im Sommer vor wenigen Jahren.

Er definiert Blocktraining als „Trainingszyklen mit hochkonzentrierten und sehr spezifischen Trainingsinhalten. Diese Zyklen beinhalten ein hohes Volumen an Aufgaben, die sich auf die Verbesserung weniger, aber klar definierter Fähigkeiten beschränkt.“ Denn genau hier liege die Schwäche des alten, traditionellen Konzeptes, so Issurin weiter.