Höchstgeschwindigkeit bei Starts und Wenden

Sie können so schnell schwimmen wie Sie können, Ihre maximale Geschwindigkeit erreichen Sie nicht - weder beim Kraulen noch in einer anderen Disziplin. Am schnellsten sind Sie dank des kräftigen Abstoßes beim Sprung vom Startblock.

| 19. Oktober 2016 | TRAINING

Arena | Zu keinem Zeitpunkt ist der Speed höher als beim Start.

Zu keinem Zeitpunkt ist der Speed höher als beim Start.

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Höchstgeschwindigkeit bei Starts und Wenden

Wenn Sie so wollen, geht es im Rennen eigentlich nur darum, den schleichenden Tempoverlust möglichst gering zu halten. In diesem Verlauf helfen die Wenden, um das Tempo noch einmal zu erhöhen und den Armen für ein paar Sekunden Erholung zu gönnen.

Block und Wand sind folgerichtig zwei wesentliche Komponenten in einem Rennverlauf. Nicht ohne Grund sind die Zeiten auf der 25-Meter-Bahn deutlich schneller als im doppelt so langen Becken. Schwimmen Sie auf der kurzen Bahn, haben Sie in einem 100-Meter-Rennen gleich vier Mal die Möglichkeit, sich abzustoßen, Geschwindigkeit aufzubauen und sich kurzfristig zu erholen. Starts und Wenden sind ein essenzieller Bestandteil eines erfolgreichen Rennens.

Video: Starten mit Marco di Carli


Reaktion und Sprungkraft

Und dennoch wird dieser Rennabschnitt häufig noch stiefmütterlich behandelt. Doch sowohl der Sprinter, dem es um das maximale Tempo geht, wie auch der Langstreckenschwimmer, der bei jedem Richtungswechsel einige Hundertstel- oder gar Zehntelsekunden gutmachen kann, sind gut beraten, Trainingszeit für die Verbesserung von Starts und Wenden aufzubringen.

Allein der Start ist deutlich komplexer als er zunächst aussieht. So kommt es neben der Reaktionszeit, vor allem auf die Sprungkraft an. Doch damit nicht genug: Passt der Absprung- und Eintauchwinkel nicht optimal, so nützen auch die besten Sprungwerte nichts. Und gelingt es dem Schwimmer in der Unterwasserphase nicht, das hohe Tempo möglichst lange zu erhalten und geschmeidig in den Auftauchvorgang und die Gesamtbewegung zu überführen, sind alle Vorteile dahin und die Mitbewerber vielleicht schon enteilt.

Dynamik und Timing

Ähnliches gilt für die Wende. Ein zaghaftes Anschwimmen kann das Tempo schon vor dem eigentlichen Wendenvorgang so stark reduzieren, dass die gesamte Drehbewegung an Dynamik verliert. Gesellen sich dann ein Absinken an der Wand sowie ein ungünstiger Abstoßwinkel hinzu, wird aus dem Vorteil schnell ein Nachteil, wenn die Schwimmer auf den Nebenbahnen ihr Handwerk beherrschen.

Betrachten Sie Starts und Wenden deshalb nicht nur als Garnitur eines Rennens, sondern feilen Sie an Ihrer Höchstgeschwindigkeit. Mit Technik, Athletik, Timing und der nötigen Gewandtheit, können Sie Ihr Rennen vielleicht schon beim Start für sich entscheiden.