Wenn Nahrungsmittel zur Belastung werden

Hautprobleme, Völlegefühl, Müdigkeit, Verdauungsstörungen – die möglichen Symptome einer Nahrungsmittelallergie sind vielfältig, aber selten eindeutig. Deshalb ist die richtige Diagnose nicht leicht zu stellen. Sportler bemerken zudem meist eine spürbare Leistungsminderung.

| 5. Februar 2012 | TRAINING

Nudeln_02 | Pech für Pasta-Fans: Wer an einer Unverträglichkeit gegen Gluten leidet, sollte NUdeln vorerst von seinem Speisplan streichen

Pech für Pasta-Fans: Wer an einer Unverträglichkeit gegen Gluten leidet, sollte NUdeln vorerst von seinem Speisplan streichen

Foto >Silke Insel / spomedis

Wenn Nahrungsmittel zur Belastung werden

Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit ist eine Missempfindung nach der Aufnahme bestimmter Nahrungsmittel, wobei entweder die Lebensmittel selbst oder die enthaltenen Zusatzstoffe für die Reaktion des Körpers verantwortlich sein können. Man unterscheidet zwischen allergisch vermittelten (Nahrungsmittelallergien) und nicht allergisch vermittelten Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Bei einer Nahrungsmittelallergie kommt es – genau wie bei anderen Allergien auch – zu einer Überreaktion des Immunsystems, verbunden mit der Bildung von Antikörpern der Klassen IgE und IgG4.

Nahrungsmittelallergie durch Milch, Eier & Co.

Allergieauslöser sind bestimmte Stoffe, sogenannte Allergene, die der Körper fälschlicherweise als „fremd“ und somit als „gefährlich“ erkennt. Laut Schätzungen des Deutschen Allergie- und Asthmabundes leiden zwischen fünf und sieben Prozent der Deutschen an einer Nahrungsmittelallergie. Im Kleinkindalter sind Milch, Eier, Weizen und Soja die häufigsten Auslöser für eine allergische Reaktion, bei Jugendlichen und Erwachsenen sind es eher Fische, Erd- und Baumnüsse, Krebstiere, Sesam, Senf und Buchweizen.

Oft sind Nahrungsmittelallergien pollenassoziiert, das heißt, wer eine Inhalationsallergie gegen bestimmte Pollen oder Gräser hat (Asthma oder Heuschnupfen), bei dem treten nach dem Verzehr bestimmter Kernobst-Sorten oder Nüsse im Zuge einer sogenannten Kreuzreaktion nicht selten ebenfalls Probleme auf.

Unverträglichkeit ist nicht gleich Allergie

Von den Nahrungsmittelallergien muss man die Nahrungsmittelunverträglichkeit abgrenzen. Hierbei werden keine Antikörper der Klassen IgE und IgG4 gebildet, stattdessen liegen oft Enzymstörungen vor, zum Beispiel ein Mangel des Milchzucker abbauenden Enzyms Laktase. Zur Gruppe der Nahrungsmittelunverträglichkeiten gehören auch pseudoallergische Reaktionen, bei denen der Botenstoff Histamin nicht wie bei einer Allergie durch Bildung von Antikörpern freigesetzt, sondern direkt aus sogenannten Mastzellen abgegeben wird.

Oft können betroffene Personen geringe Mengen des jeweiligen pseudoallergenen Stoffs konsumieren, ohne dass Krankheitssymptome auftreten. Ein bekannter pseudoallergischer Reizstoff ist der Geschmacksverstärker Glutamat, der das sogenannte China-Restaurant-Syndrom (Übelkeit, Schwitzen, Engegefühl im Brustkorb, Kopfschmerzen, Durchfall etwa eine halbe bis eine Stunde nach dem Essen) auslösen kann: Glutamat wird in der asiatischen Küche gern und nicht gerade sparsam verwendet. Auch sogenannte biogene Amine wie beispielsweise das in gereiftem Käse (Emmentaler oder Parmesan), in Spinat, Rotwein, Thunfisch oder Makrelen enthaltene Histamin, können Probleme bereiten.

Keine Symptome mehr durch Verzicht

Bei einer Laktoseunverträglichkeit beispielsweise ist die Aktivität der Enzyme (Laktasen), die den vor allem in Kuhmilch und Milchprodukten enthaltenen Milchzucker in seine beiden Hauptkomponenten aufspalten, herabgesetzt oder überhaupt nicht vorhanden. Kann nämlich die mit der Nahrung aufgenommene Laktose nicht gespalten werden, gelangt sie in tiefere Darmabschnitte und wird dort von Bakterien zu Milchsäure, Essigsäure, Wasserstoff und Kohlendioxid abgebaut. Das macht sich dann in Form von Blähungen, Bauchkrämpfen und Durchfall bemerkbar.

Lässt man alle Nahrungsmittel, die Laktose enthalten, konsequent weg, dann kommt es oft schon nach wenigen Tagen zur völligen Symptomfreiheit. Da beispielsweise in Asien fast die gesamte Bevölkerung eine primäre Laktoseintoleranz hat, wird dort gar keine Milch konsumiert.