Warum Gewürze für Sportler gesund sind

Gewürze beim Kochen sind Geschmackssache. Schade eigentlich. Denn vor allem Sportler profitieren von Pfeffer, Chili, Basilikum & Co. Auch Ihre Küche ist voll mit leistungsfördernden Substanzen.

| 3. Juni 2012 | TRAINING

Gewürze | Gewürze

Gewürze

Foto >Sonja Schleutker-Franke / spomedis

Warum Gewürze für Sportler gesund sind

Wir Europäer sind ganz schön sparsam. Zumindest was den Umgang mit Gewürzen angeht: Nur vier Kilokalorien nehmen wir durchschnittlich jeden Tag aus Gewürzen zu uns – während zum Beispiel die Inder auf 22 und die Jamaikaner sogar auf 39 Kilokalorien kommen. Am kräftigsten gewürzt wird stern.de, dem Online-Portal der Zeitschrift „Stern“, zufolge in den Vereinigten Arabischen Emiraten: 69 Kilokalorien kommen hier pro Kopf täglich in den Magen, fast 20 Gramm. Jährlich werden laut Gewürzindustrie-Verband übrigens rund 90.000 Tonnen Gewürze nach Deutschland importiert, die beliebtesten sind Pfeffer und Paprika.

Dem deutschen Lebensmittelgesetzt zufolge sind Gewürze „Pflanzenteile, die wegen ihres Gehalts an natürlichen Inhaltsstoffen als geschmacks- und/oder geruchsgebende Zutaten zu Lebensmitteln bestimmt sind“. Doch Gewürze, die aus den Blüten, Früchten, Knospen, Samen, Rinden, Wurzeln, Wurzelstöcke oder Zwiebeln der Pflanzen gewonnen werden, können noch viel mehr: Sie können Sie schneller machen. Indem sie zum Beispiel Ihr Immunsystem stärken, Ihren Stoffwechsel ankurbeln oder Entzündungen hemmen.

Kardamon fürs Herz

Schon 2.500 Jahre vor Christus sollen sich die Ägypter mit Zimt eingerieben haben – wissenschaftlich belegt war die gesundheitsfördernde Wirkung des Gewürzes damals natürlich noch nicht. Erst in den 60er-Jahren lieferte Prof. Hans Glatzel vom Max-Planck-Institut in Dortmund die Beweise für das, was man sich in der Naturheilkunde längst zunutze machte: Der Ernährungsphysiologe bestätigte in zahlreichen Versuchen, dass Zimt beruhigt und Schmerzen lindert, dass Anis, Koriander und Muskat krampflösend wirken und dass Kardamon das Herz und den Appetit anregt.
 
Inzwischen steht längst fest, dass auch Sportler von der heilenden Wirkung der Gewürze profitieren können. So zeigte etwa das Wissenschaftler-Team um den Chemiker Richard Anderson vom „Diet, Genomics and Immunology Lab“ in Beltsville (USA), dass Zimt Entzündungsprozesse im Körper hemmt. Sie benutzen beim Kochen manchmal Ingwer? Wunderbar: Wissenschaftler der Universität Georgia (USA) haben herausgefunden, dass die Inhaltsstoffe der Ingwerwurzel, die in den Tropen und Subtropen beheimatet ist, gegen Muskelschmerzen hilft. Und wussten Sie, dass Kurkuma nach harten sportlichen Belastungen den „Open-Window-Effekt“ überbrücken kann, indem es freie Radikale fängt und Ihr Immunsystem unterstützt? Wissenschaftliche Beweise dafür haben indische Forscher vom Central Food Technological Research Institute in Maisur schon im Jahr 2005 vorgelegt.