Currywurst - ein herzhafter Leckerbissen. Doch wussten Sie, dass darin rund acht Stückchen Würfelzucker stecken?

Frank Wechsel / spomedis

Lecker, aber nicht unbedingt sinnvoll für Ihr Wettkampfgewicht: Fast-Food.
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Ernährung | 5. Dezember 2012

Ernährung Einmal Currywurst mit Zucker, bitte!

Sonja Schleutker-Franke | Kennen Sie das auch? Nach dem Training wollten Sie eigentlich schnell nach Hause, aber am Schwimmbadkiosk können Sie einer Currywurst nicht widerstehen? Damit stehen Sie nicht allein da, aber Ernährungs-Experten warnen in diesem Fall nicht nur vor fetten, sondern auch vor zuckerhaltigen Lebensmitteln.
Laut der Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FET) stecken in einer Portion Currywurst umgerechnet etwa acht Stück Würfelzucker, in einem Hamburger etwa drei Stück. Aber auch auf den ersten Blick gesunde Nahrungsmittel können erhebliche Mengen des schnellen Energielieferanten enthalten: „Eine Flasche Smoothie liefert durchschnittliche etwa zehn Stück Würfelzucker, in einer Schüssel Früchtemüsli verbergen sich annähernd acht Stück“, sagt Christine Langer von der FET.

Zuckerbombe Dosen-Ananas

Doch es geht noch weiter – einige probiotische Drinks, die die Darmflora fördern sollen, können mit durchschnittlich vier Stück Zucker eher zu einem ungünstigen Darmmilieu beitragen. „Und wer würde erwarten, dass eine Portion Ananas aus der Dose etwa so viel Zucker wie ein großer Schokoriegel enthält?“, gibt die Ernährungs-Expertin zu bedenken.

Zucker ist zwar ein schneller Energielieferant, aber eine übermäßige Zufuhr wirkt sich an vielen Stellen des Körpers schädlich aus. Bereits im Mund trägt Zucker – besonders in Kombination mit Fruchtsäuren – zur Kariesentstehung bei. „Im Darm können größere Mengen das Darmmilieu verändern und die Ansiedlung unerwünschter Keime fördern“, erklärt Langer. Im Blutkreislauf angekommen führe der Zucker zur Freisetzung von Insulin, das unter anderem den Fetteinbau in das Fettgewebe fördere und den Fettabbau hemme. Dauerhaft erhöhte Insulin- und Blutzuckerspiegel wiederum begünstigen die Entwicklung eines Diabetes mellitus Typ 2.

Hunger auf Süßigkeiten verringern

„Mit einer bewussten Einschränkung zuckerhaltiger Produkte lässt sich auf Dauer auch der Hunger auf Süßigkeiten verringern“, sagt Langer. Häufiger Zuckerkonsum reize die Geschmacksknospen der Zunge und führe zu einer Desensibilisierung. Um den Süßgeschmack zu befriedigen, seien folglich immer höhere Zuckermengen notwendig.

„Wer besonnen bei verarbeiteten Produkten auf die Verpackungsangaben schaut, kann versteckte Zuckerfallen leicht entlarven und seine Geschmacksnerven wieder sensibilisieren“, rät Langer. Die FET empfiehlt Lebensmittel mit weniger als 5 Gramm Zucker pro 100 Gramm beziehungsweise Getränke mit weniger als 2,5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter. Dagegen sollten Lebensmittel mit mehr als 12,5 Gramm Zucker pro 100 Gramm beziehungsweise Getränke mit mehr als 6 Gramm Zucker pro 100 Milliliter Ausnahmen bleiben.

Für einen schnellen Überblick, wie viele Würfelzuckerstücke sich in ausgewählten Lebensmitteln verbergen, hat die FET die Anschauungskarte „Zuckergehalt verschiedener Lebensmittel“ herausgegeben. Sie kann im Internet bestellt werden.

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