Mit 3 x 15 min pro Woche zu mehr Effizienz im Wasser

Stabilitätstraining, jeder Sporter kennt es und jeder weiß, dass es gut ist. Doch seien Sie mal ehrlich: Wie konsequent gehen Sie an dieses Thema ran?

| 2. April 2015 | Training

Rumpfstabi | Rumpfstabi

Markus Deibler macht Rumpfstabi.

Foto > Frank Wechsel (spomedis)

Mit 3 x 15 min pro Woche zu mehr Effizienz im Wasser

Sehen Sie die Sache doch mal aus einem anderen Blickwinkel: motivieren Sie sich doch einmal über die Attraktivität eines flachen, durchtrainierten Waschbrettbauchs. Hört sich das schon besser für Sie an? Und schnell im Wasser dazu! So geht's!

Haben Sie sich schon einmal bewusst überlegt, weshalb ein Wohnwagen hinter dem Fahrzeug angebracht ist und nicht davor? Natürlich wissen Sie, warum das so ist. Doch stellen Sie sich gleichzeitig einmal vor, wie es im Verkehr zuginge, wenn alle Anhänger vor den Zugmaschinen angekoppelt wären. Die Fahrzeuge wären fast unlenkbar und sehr viel Vortriebsenergie würde zugleich in allerlei Lenkmanövern verpuffen. Der Grund dafür ist eindeutig: die fehlende Stabilität verhindert ein effektives Lenken und Fahren.

Video: Die Deibler-Brüder beim Krafttraining für Olympia (2012)

Stabil und effizient

Wenn also der Mittelteil nicht stabil genug ist, leidet die gesamte Effizienz der Fortbewegung. Im Schwimmen ist das nicht anders. Wenn zwischen Armen und Beinen, also im Rumpf, keine Stabilität vorhanden ist, schlingert das Gesamtsystem und wird uneffektiv.

Doch auch die Höhe der Körperposition entscheidet über eine widerstandsarme Wasserlage. Sehr ungünstig wird das nämlich zusätzlich wenn Sie, um im bildlichen Beispiel zu bleiben, einen Anhänger ziehen müssen der auch noch einen platten Reifen hat. Dann wenden Sie unnötige Energie auf, die Sie besser für den Vortrieb nutzen könnten.

Man spürt die Instabilität im Wasser gar nicht einmal bewusst – und das macht die Sache so kompliziert. Zu sehr wird das Augenmerk auf die Arm- und Oberkörpermuskulatur gelegt. Dass man die erworbene Kraft aber nur über einen stabilen Rumpf in effektiven Vortrieb umsetzen kann, wird häufig übersehen. Denken Sie an den Anhänger.

Holger Lüning | Holger Lüning

Holger Lüning

Foto > privat

3 x 15 Minuten pro Woche

Trainieren Sie deshalb Ihre Rumpfmuskulatur! Damit verbessern Sie nicht nur Ihre Technik und die Wasserlage, sondern im selben Atemzug auch Ihre gesamte Schwimmleistung. Besonders die enorme Hebelwirkung Ihrer Arme benötigt ein Gegenlager im Rumpf. Aus gutem Grunde baut man auch keine in sich beweglichen Schiffsrumpfe, die in der Mitte ein Gelenk haben. Länge und Stabilität sorgen für eine ruhige, widerstandsarme und hohe Wasserposition. Damit haben Sie die Grundlage gelegt, um die im Wasser oder Kraftraum erworbene Athletik auch tatsächlich in Schwimmgeschwindigkeit umzusetzen.

Und um das Versprechen in der Einleitung nicht zu vergessen: Würden Sie sich beschweren, wenn man anhand eines athletischen Rumpfs auch ansieht, dass Sie Ihrem Sport auch mit einer gewissen Ernsthaftigkeit nachgehen? Sicher nicht – und die Freibadsaison steht vor der Tür! Sie benötigen nicht mehr als 3 x 15 Minuten in der Woche.