Athletik | 2. Januar 2012

Stretching Kein Verletzungsschutz durch Dehnen?

Sina Horsthemke | Eine Diskussion, die sich dehnt: Mal wird Stretching empfohlen, dann wieder nicht - zurück bleiben ratlose Athleten. Auf dem Jahrestreffen der American Academy of Orthopedic Surgeons (AAOS) kam die Dehn-Debatte wieder auf den Tisch.
Anlass war eine Studie von Daniel Pereles vom "Montgomery Orthopedics outside Washington", der die Daten von fast 2.800 Läufern ausgewertet hatte. Die Hälfte dieser Sportler, die mindestens 16 Kilometer pro Woche liefen, begann die Läufe ohne vorheriges Stretching. Alle anderen erhielten von den Wissenschaftlern die Anweisung, vor dem Laufen für drei bis fünf Minuten ihre Oberschenkel- und Wadenmuskulatur zu dehnen.

Routine beibehalten

Es stellte sich heraus, dass die Übungen zwar nicht schadeten, aber auch keinen Einfluss auf das Verletzungsrisiko hatten. Da sich Sportler, die erst im Rahmen der Studie mit dem Stretching begonnen, und solche, die für den Versuch damit aufgehört hatten, häufiger verletzten, empfehlen die Wissenschaftler nun, die bewährte Routine beizubehalten: Wer sich bisher vor dem Sport gedehnt und damit gute Erfahrungen gemacht habe, solle damit fortfahren.