Darum lohnt sich ein gründliches Aufwärmen

Damit Sie im Wettkampf Ihre maximale Leistungsfähigkeit abrufen können, sollten Sie mindestens eine Viertelstunde in Ihr Aufwärmprogramm investieren. Minuten, die sich auszahlen.

| 30. Mai 2016 | Training

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Schwimmer beim Warm-up.

Foto > Frank Wechsel / spomedis

Darum lohnt sich ein gründliches Aufwärmen

Noch eine Dreiviertelstunde bis zu Ihrem Start. Wenn Sie sich jetzt kurz Zeit nehmen, sich in am Startbereich umzuschauen, werden Sie sehen, dass Sie mehrere Möglichkeiten haben, diese 45 Minuten zu nutzen. Dort drüben isst zum Beispiel ein Athlet schnell noch einen Energieriegel. Auf der anderen Seite kreist eine kleine Gruppe jüngerer Schwimmer locker die Arme. Und am Start helfen sich bereits mehrere Konkurrenten gegenseitig beim Aufsetzen der Badekappen. Sie selbst haben jetzt noch gut 40 Minuten Zeit, sich für den Wettkampf aufzuwärmen. Was tun? Denn wie Ihre Vereinskollegin, die schon im Training angekündigt hat, dass sie ihre Kräfte nicht schon beim Warm-up vergeuden werde, wollen Sie es sicher nicht handhaben.

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Foto > arena / spomedis

Sollten Sie auch nicht: „Auf das Aufwärmen sollte niemand verzichten“, sagt Thomas Moeller, Sportwissenschaftler am Institut für Angewandte Trainingswissenschaften in Leipzig, und weist auf eine Studie mit Schwimmern hin, bei der sich herausgestellt hat, dass die Laktatkonzentration im Blut nach 400 Metern deutlich niedriger war, wenn sich die Athleten vor der Belastung aufgewärmt hatten.

Alexandra Wenk: Mein Warm-up

Kopf und Körper anheizen

Aus medizinischer Sicht hat das Aufwärmen vor allem einen Sinn: den Körper vor der Belastung auf Betriebstemperatur zu bringen und ihn so auf das vorzubereiten, was ihm in den nächsten Stunden bevorsteht. Denn wie ein Automotor, der sich erst warmfahren muss, funktioniert auch Ihr Körper besser, wenn Sie sich vorher ein wenig bewegt haben: Ein in Schwung gebrachter Kreislauf sorgt für eine stärkere Durchblutung der Muskulatur, die dann besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Weil chemische Reaktionen bei einer leicht erhöhten Körperkerntemperatur schneller ablaufen können, werden Nervenimpulse nach dem Warm-up schneller weitergeleitet, die Kontraktionsfähigkeit der Muskulatur steigt, Ihre koordinativen Fähigkeiten werden besser. Der Körper stellt sich hormonell auf die Leistung ein und auch das Knorpelgewebe profitiert: Es gewinnt Studien zufolge während des Warm-ups deutlich an Flüssigkeitsvolumen und wird damit widerstandsfähiger gegen Stoßbelastungen. Wer aufgewärmt in harte Belastungen geht, ist also weniger anfällig für Verletzungen.

Auch der psychische Aspekt ist nicht zu unterschätzen: Während Sie sich aufwärmen, stimmen Sie sich mental auf das Rennen ein, können sich besser konzentrieren und motivieren. Moeller: „Jeder Sportler sollte sich an ein regelrechtes Aufwärmritual mit einem festen Zeitplan gewöhnen.“