Speedo stellt neue Olympia-Kollektion vor

Seit zwei Jahren gilt im Schwimmen das Hightech-Verbot. Nun stellt der australische Hersteller Speedo seine neue Olympia-Kollektion vor – und der WM-Dritte, Christian vom Lehn, fühlt sich wieder "wie Spiderman". Welche Vorteile sollen die neuen Schwimmanzüge, Brillen und Kappen den Athleten bringen?

| 2. Dezember 2011 | Material

Speedo Fastskin3_Ryan Lochte

US-Schwimmer Ryan Lochte mit der neuen Fastkin3 Badekappe und Schwimmbrille.

Photo > Speedo

Das australische Unternehmen Speedo hat am vergangenen Mittwoch in Sydney, London und New York seine neue Olympia-Kollektion vorgestellt. Seitdem der Weltverband FINA Ende 2009 die sogenannten Hightech-Anzüge verboten hatte, wird wieder in Textil geschwommen: Badeanzug für die Frauen, Badehose für die Männer, beides knielang.

Speedo Fastskin3_Phelps_Adlington

Michael Phelps (USA) und Rebecca Adlington (Großbritannien) im neuen Fastskin3.

Photo > Speedo

Innerhalb dieser Grenzen will Speedo nun rechtzeitig zu den Olympischen Spielen neue Maßstäbe setzen. Und das nicht nur mit neuen Anzügen: Mit dem neuen Fastskin3 hat der Hersteller nach eigenen Angaben erstmals ein komplettes "Racing System" – Anzug, Badekappe und Schwimmbrille – entwickelt. Dieses Dreigespann soll den Athleten eine zusammenhängende "hydrodynamische Lösung" bieten, um mit maximaler Effizienz durch das Wasser gleiten zu können.

Die neue Badekappe und die Schwimmbrille sollen exakt zueinander passen und so dem Wasser besonders wenig Widerstand bieten. Zusammen mit dem Anzug getragen, soll das Trio den Wasserwiderstand um 16,6 Prozent reduzieren und den Sauerstoffhaushalt seines Trägers um 11 Prozent verbessern.

Die FINA hat die neuen Fastskin3 Anzüge zugelassen. Ob das futuristisch anmutende Ensemble auch die Athleten überzeugen kann, wird sich in der vorolympischen Saison zeigen. "Ich sehe aus wie Spiderman", sagte der WM-Dritte Christian vom Lehn bei der Präsentation in London. Es sei aber ein gutes Gefühl, in einem so professionell entwickelten Produkt an den Start gehen zu können, so der Wuppertaler.

"Reine Kopfsache"

Das bestätigte auch Rekord-Olympiasieger Michael Phelps. "Das Racing System lässt mich eins werden mit dem Wasser. Ich fühle mich zuversichtlich, ich fühle mich wohl und ich fühle mich, als würde ich die schnellste Ausrüstung tragen", so der US-Superstar.

Letzteres mag für die Schwimmer ebenso wichtig sein wie die tatsächliche Weiterentwicklung des Materials. So sieht es auch Britta Steffen: "Das ist reine Kopfsache", sagte die Doppel-Olympiasiegerin gegenüber Sport1. "Jetzt schwimmen ja wieder alle in Textil. Insofern kann es sich bei den Unterschieden zwischen den verschiedenen Marken höchstens um Kleinigkeiten handeln."

Einen besonderen Bonus hat sich Speedo für die Athletinnen allerdings ausgedacht: Die Träger des neuen Fastskin3 Anzugs sollen das Anziehen erleichtern – und der lange Kampf mit dem hautengen Material vor dem Start damit der Vergangenheit angehören.