Sjöström über ihr Rekordrennen: "Es war nicht perfekt"

Es war die Sensation dieses Schwimmjahres bisher: Der Fabel-Weltrekord von Sarah Sjöström über 50 Meter Schmetterling bei den schwedischen Meisterschaften. Im swim.de-Interview während der EM in Berlin sagte die 21-Jährige: „Es geht noch schneller“.

| 20. August 2014 | AKTUELL

Sarah Sjöström (SWE)

Foto >Daniel Kopatsch

24,43 Sekunden. Noch vor wenigen Wochen hätte kein Experte geglaubt, dass eine Athletin 50 Meter Schmetterling so schnell schwimmen kann. Doch Sarah Sjöström hat es geschafft. Um 0,64 Sekunden unterbot die 21-Jährige am 6. Juli im Freibad von Boras die Bestmarke ihrer Landsfrau Therese Alshammar, die 2009 in Rom 25,07 Sekunden brauchte. Gestern gewann Sjöström in Berlin in 24,98 Sekunden die Goldmedaille vor Janette Ottesen und Francesca Halsall. Alshammar wurde Sechste.

Sarah Sjöström, waren diese 50 Meter in Boras Ihr perfektes Rennen?
Perfekt war es nicht. Mein erster Zug nach dem Start war schrecklich, da habe ich nur durch das Wasser gewischt. Danach habe ich die Frequenz erhöht und härter gekickt, um schneller zu schwimmen. Ich wusste ja nach den Vorläufen, dass ich den Rekord drauf habe und wollte nicht 0,01 Sekunden darüber bleiben. Doch nach diesem ersten Zug dachte ich, es wäre vorbei.

Sarah Sjöström | Könnte in Berlin zu Europas Sprintkönigin werden: Sarah Sjöström.

Könnte in Berlin zu Europas Sprintkönigin werden: Sarah Sjöström.

Foto >Daniel Kopatsch

Sie können also noch schneller schwimmen?
Ich denke schon, dass es noch schneller geht. Ich habe es aber nur geschafft, weil ich die Frequenz nach dem ersten Zug so erhöht habe. Vielleicht hätte ich das gar nicht gemacht, wenn mir dieser Zug nicht missglückt wäre.

Welche Zeit wäre mit einem perfekten Rennen möglich?
Das weiß ich nicht. Vorher hielt ich auch 24,4 Sekunden für unmöglich.

Sarah Sjöström | Atmen? Fehlanzeige bei Sjöström.

Atmen? Fehlanzeige bei Sjöström.

Foto >Daniel Kopatsch

Im Video ist an Ihrem ersten Zug nichts auszusetzen. Dafür sieht man, wie Sie 50 Meter sprinten, ohne ein einziges Mal Luft zu holen. Wie fühlt sich das an?
Es geht immer einfacher. Ich habe auch gestern im Endlauf nicht geatmet, obwohl ich nur zehn Minuten vorher mein Halbfinale über 100 Meter Freistil hatte. Danach war ich müde und glaubte eigentlich nicht daran, es ich es ohne Atmen schaffen würde. Aber es ging und es fühlte sich gar nicht so schlecht an. Ich gewöhne mich langsam daran.

Trainieren Sie das speziell?
Man kann das nicht ständig üben. Dafür sind 50 Meter zu lang. Aber ich schwimme im Training viele schnelle 25-er. Immer ohne zu atmen. Dabei versuche ich ruhig zu bleiben und mit der Zeit wird es einfacher.