Pool | 16. Dezember 2012

Istanbul 2012 Ryan Lochte krönt WM mit Goldmedaillen fünf und sechs

Frank Wechsel | Ryan Lochte ist der Mann der Kurzbahn-WM 2012 von Istanbul. Am fünften und letzten Wettkampftag holte sich der Amerikaner seinen fünften und sechsten Titel. Britta Steffen ging dagegen im Finale der Freistilsprinterinnen leer aus.
Ryan Lochte ist ein Schwimmer, der mit allen Wassern gewaschen ist. Da er wusste, dass er heute nur eine halbe Stunde Zeit haben würde, sich vom Finale über 200 Meter Rücken zu erholen, bevor es über die 100 Meter Lagen um Gold ging, zog er das für diese Strecke geplante "Unternehmen Weltbestzeit" kurzerhand vor: Nach dem Weltrekord von 50,71 Sekunden im gesterigen Halbfinale reichten Lochte heute 51,21 Sekunden, um sich seine fünfte Goldmedaille vor dem Australier Kenneth To und George Bovell III. aus Trinidad und Tobago zu sichern - und damit eine unerwartete Niederlage wettzumachen. Denn über 200 Meter Rücken war der Pole Radoslaw Kawecki die deutlich schnellste Schlussbahn geschwommen und hatte Lochte um die Winzigkeit von zwei Huntersteln geschlagen.

Britta Steffen wird Vierte

Um Winzigkeiten geht es normalerweise auch über die Sprintstrecken - doch der Rückstand von Britta Steffen im Finale über ihre Lieblingsstrecke 50 Meter Freistil war deutlich: Vier Zehntel nach Weltmeisterin Aliaksandra Herasimenia (Weißrussland), der Britin Francesca Halsall und der Dänin Jeanette Ottesen Gray blieb für die Neu-Hallenserin zwei Tage nach dem Titel über 100 Meter Freistil nur der undankbare vierte Platz. Somit blieb der DSV am Abschlusstag der 11. Kurzbahn-Weltmeisterschaften ohne Medaille.

Lochte schließt den Kreis

Die letzte Medaille erschwamm - wie schon die allererste am Mittwoch - Ryan Lochte, der mit dem sechsten Gold und zwei Weltrekorden endgültig zum Star dieser Titelkämpfe und rechtmäßigen Erben des großen Michael Phelps wurde: Nach der Vorarbeit von Matthew Grevers, Kevin Cordes und Thomas Shields schlug Lochte für das US-Quartett über 4 x 100 Meter Lagen zum Sieg an. 1,83 Sekunden betrug der Vorsprung vor den Russen und den um fast zwei weitere Sekunden zurückliegenden Australiern.
Die Ereignisse des Abends
  • Der König der Kraulschwimmer kommt aus Russland: Vladimir Morozov gewann das Finale über die prestigeträchtigen 100 Meter in 45,65 Sekunden vor dem Australier Tommaso D'Orsogna. Auch Bronze ging mit Evgeny Lagunov an einen Russen.
  • Einen Meisterschaftsrekord schwamm die Dänin Rikke Moeller Pedersen über 200 Meter Brust: In 2:16,08 Minuten schlug sie vor der Amerikanerin Lauda Sogar und der Japanerin Kanako Watanabe an.
  • Auch nach dem tragischen Tod Alexander Dale Oens bleiben die Norweger eine Macht im Brustschwimmen: Über 50 Meter siegte Aleksander Rognerud Hetland vor dem Slovenen Damir Dugonjoc und dem Franzosen Flaurent Manaudou.
  • Über 200 Meter Schmetterling siegte der Japaner Kazuya Kaneda vor Altmeister Laszlo Cseh aus Ungarn.
  • Die 60 Bahnen des Finales über 1.500 Meter Freistil spulte der Däne Mads Glaesner als Schnellster herunter: Mit 14:30,01 Minuten setzte er sich vor dem Italiener Gregorio Paltrienieri und dem für die Faröer-Inseln schwimmenden Pal Joensen durch.
  • Allison Schmitt (USA) dominierte das Finale über 200 Meter Freistil: In 1:53,59 Minuten siegte sie vor der Ungarin Katinka Hosszu und der Spanierin Melanie Costa Schmid.