US-Superstar Michael Phelps siegte am ersten Finaltag in Berlin über 100 und 400 Meter Lagen.

Silke Insel / spomedis

Michael phelps
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Pool | 22. Oktober 2011

Weltcup in Berlin Phelps in Form - Franklin mit Weltrekord

Miriam Müller | Nicht nur die zwei Siege des US-Superstars Michael Phelps und der Weltrekord seiner Landsfrau Melissa Franklin über 200 Meter Rücken beeindruckten am ersten Finaltag des Kurzbahn-Weltcups in Berlin - auch Paul Biedermann und Marco Koch holten Gold.

800 Meter Freistil Frauen

"Das war mein erster Wettkampf in dieser Saison. Ich komme direkt aus dem Trainingslager in den USA."
Lotte Friis
Der Finalabschnitt in der Berliner Europaschwimmhalle begann mit der längsten Weltcup-Strecke der Frauen: 800 Meter Freistil. Erwartungsgemäß konnten sich Lotte Friis aus Dänemark, die bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking Bronze über diese Distanz gewann und die Russin Elena Sokolova bereits kurz nach dem Start vom Rest des Feldes absetzen. Die Dänin bewies jedoch die größere Ausdauer und gewann das Rennen in 8:16,99 Minuten. Sokolova wurde Zweite in 8:21,91 Minuten.
Für eine Überraschung sorgte Sarah Köhler aus Frankfurt: Die 17-Jährige konnte sich in 8:25,88 Minuten über Platz drei freuen und 500 US-Dollar Preisgeld freuen.
Isabelle Härle (Heidelberg), die bei der WM im Juli in Shanghai noch im Freiwasser an den Start gegangen war und dort zusammen mit Thomas Lurz und Jan Wolfgarten die Bronzemedaille im Team-Wettbewerb holte, kam in 8:33,24 Minuten auf Rang fünf.

100 Meter Freistil Männer

"Ich habe mir heute morgen beim Warm-Up die Schulter ausgekugelt und wusste gar nicht, ob ich überhaupt starten kann. Insofern ist das natürlich ein tolles erlebnis für mich."
Brent Hayden
Nur knapp, mit einer Hunderstel Vorsprung vor dem Neuntplatzierten, hatte sich Steffen Deibler in das Finale über 100 Meter Freistil geschwommen. Dort schwamm der Hamburger in 47,90 Sekunden auf Platz vier vor, zeitgleich mit dem Belgier Pieter Timmers.
Den Sieg holte sich der Kanadier Brent Hayden (47,06 Sekunden) vor dem Schweden Stefan Nystrand (47,23 Sekunden) und dem drittplatzierten Australier Matthew Abood (47,39 Sekunden).

200 Meter Freistil Frauen

Über 200 Meter Freistil der Frauen verpasste Daniela Schreiber ihre fünfte Medaille beim diesjährigen Weltcup nur knapp. Die 22-Jährige wurde Vierte in 1:54,41 Minuten. Bereits nach der Hälfte der Distanz führte Allison Schmitt das Feld an. Am Ende stand mit 1:52,80 Minute nicht nur Platz eins, sondern auch eine neue Weltjahresbestzeit für die US-Amerikanerin auf der Anzeigetafel.
Zweite wurde die Australierin Angie Bainbridge (1:53,02) vor der US-Amerikanerin Melissa Franklin (1:53,26 Minuten).
Silke Lippok, die als Fünftschnellste in den Endlauf eingezogen war, verteidigte diesen Platz in 1:55,46 Minuten auch im Finale.

100 Meter Brust Frauen

Über 100 Meter Brust musste Dorothea Brandt auf der zweiten Hälfte des Rennens ihrem hohen 50-Meter-Angangstempo Tribut zollen. Nach der Hälfte der Distanz noch in Führung liegend liegend, fiel die 50-Meter-Spezialistin in 1:07,01 Minuten auf Platz sieben zurück.
Der Sieg ging an die Schwedin Jennie Johannson (1:05,60 Minuten) vor Rike Pedersen aus Dänemark (1:05,64 Minuten).
Caroline Ruhnau aus Essen war als Zwölfte bereits im Vorlauf ausgeschieden.

400 Meter Lagen Männer

"Ich habe den Wettkampf aus dem Training heraus bestritten. Dafür ist die Zeit sehr gut."
Yannick Lebherz
Über 400 Meter Lagen der Männer siegte der Favorit: US-Superstar Michael Phelps beeindruckte das Berliner Publikum mit einer neuen Weltjahresbestzeit von 4:01,49 Minuten.
Nur rund eineinhalb Sekunden hinter dem 14-maligen Olympiasieger schlug der Japaner Daiya Seto (4:02,85) an - und verwies seinen Landsmann Yuya Horihata (4:09,05 Minuten) mit deutlichem Abstand auf Rang drei.
Yannick Lebherz, der mit der siebtschnellsten Meldezeit in das Rennen gagangen war, verpasste eine Medaille nur knapp: Der Darmstadt kam in 4:09,75 Minuten auf Platz vier.

100 Meter Schmetterling Frauen

"Das war ein schnelles Rennen. Ich bin hier in Berlin in guter Verfassung - muss aber noch an den Wenden arbeiten."
Therese Alshammar
Über 100 Meter Schmetterlin war die jüngste deutsche Schmetterlings-Schwimmerin im Starterfeld die schnellste: Die 16-Jährige Alexandra Wenk aus München zog als einzige deutsche Starterin in das Finale ein - und schwamm in 59,32 Sekunden auf Rang acht.
Das Rennen dominierte die Schwedin Therese Alshammar, die in 55,62 Sekunden ihren Konkurrentinnen keine Chance ließ.

100 Meter Rücken Männer

Die Spezialität des "Altmeisters" Stefan Herbst: Der inzwischen 34-Jährige schwamm sich über 100 Meter Rücken in 52,82 Sekunden auf Platz sechs. Der Sieg ging an den Spanier Aschwin Wildeboer (50,23 Sekunden). Jan-Philip Glania aus Frankfurt wurde Achter in 53,40 Sekunden.

50 Meter Rücken Frauen

Mit der siebtschnellsten Vorlaufzeit war Jenny Mensing in das Finale über 50 Meter Rücken eingezogen - und wurde in 28,17 Sekunden Achte. Platz eins ging an die Australierin Rachel Goh in 26,80 Sekunden.

200 Meter Schmetterling Männer

Den Sieg über 200 Meter Schmetterlin der Männer holte sich der derzeit Führende der Weltcup-Gesamtwertung, Chad le Clos aus Südafrika, in 1:50,15 Minuten. Der Berliner Tim Wallburger kam in 1:55,12 auf Rang sechs.

200 Meter Lagen Frauen

Über 200 Meter Lagen musste reichten die Kräfte der Deutschen Rekordhalterin Theresa Michalak auf den abschließenden 50 Metern Freistil nicht, um sich einen Platz auf dem Siegertreppchen zu sichern. Die Hallenserin kam in 2:09,32 Minuten auf Platz fünf. Das Rennen gewann die Kanadierin Erica Morningstar (2:06,97 Minuten).
Katharina Schiller aus Hildesheim konnte sich als Vorlauf-Elfte nicht für das Finale der besten Acht qualifizieren.

400 Meter Freistil Männer

"Zuhause zu gewinnen ist einfach am schönsten. Es war schade, dass Yannick Agnel es nicht in das Finale geschafft hat."
Paul Biedermann
Eine Steigerung des Tempos auf den letzten 50 Metern reichte Paul Biedermann für den souveränen Sieg über 400 Meter Freistil in 3:41,19 Minuten. Der Weltrekordhalter verwies den Briten Ross Davenport (3:41,19 Minuten) und den Serben Stefan Sorak (3:45,04 Minuten) auf die Plätze zwei und drei.
Zu dem mit Spannung erwarteten Duell zwischen Biedermann und Europameister Yannick Agnel kam es jedoch nicht: Der Franzose hatte sich "underdressed" in kurzer Badehose mit Platz 29 bereits im Vorlauf aus dem Rennen rausgebadet. „Meine Trainer wollten das so, zudem sollte ich bei den Wenden etwas ausprobieren, ich komme aus dem vollen Training“, sagte der 19-Jährige gegenüber der Deutschen Presse-Agentur zu seiner indiskutablen Leistung.
Christian Kubusch, der mit der zweitschnellsten Vorlaufzeit in das Finale eingezogen war, wurde Siebter (3:47,77 Minuten).

50 Meter Freistil Frauen

"Der zweite Platz ist ein kleiner Teilsieg. Gegen Therese ist momentan kein Kraut gewachsen."
Britta Steffen
Über 50 Meter Freistil beeindruckte die Schwedin Therese Alshammar. Die inzwischen 34-Jährige siegte in neuer Weltjahresbestzeit von 23,67 Sekunden. Platz zwei belegte bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt nach der verpatzten WM in Shanghai im Juli Britta Steffen (24,97 Sekunden) - und wirkte nach dem Rennen vor ihrem Heimpublikum erleichtert.
Dritte wurde die Britin Francesca Halsall (24,17 Sekunden) vor Daniela Schreiber aus Halle (24,28 Sekunden).
Die Wahl-Berlinerin Dorothea Brandt musste bereits im Finale über 100 Meter Brust entscheidende Körner lassen und schwamm auf Platz sechs (24,73 Sekunden).

200 Meter Brust Männer

"Ich bin nur noch knapp drei Zehntelsekunden über meinem eigenen Deutschen Rekod. Der ist auf jeden Fall noch in dieser Saison fällig."
Marco Koch
Eine eindrucksvolle Vorstellung zeigte auch Marco Koch über 200 Meter Brust. Der Darmstädter, der bei allen sieben Weltcup-Rennen an den Start gehen wird, verwies mit einem starken Endspurt und seiner Siegerzeit von 2:04,61 Minuten den Japaner Naoya Tomita (2:05,11 Minuten) und dessen Landsmann Kazuki Otsuka (2:05,29 Minuten) auf die Plätze zwei und drei.

100 Meter Lagen Männer

"Ich bin im positiven Sinne Lichtjahre von der leistung entfernt, die ich 2009 hier in Berlin gebracht habe."
Michael Phelps
US-Superstar Michael Phelps konnte eine weitere Weltjahresbestzeit verbuchen: 51,61 Sekunden und Platz eins über 100 Meter Lagen. Der Kurzbahn-Europameister Markus Deibler aus Hamburg kam auf Rang sechs (53,62 Sekunden).

200 Meter Rücken Frauen

"Ich bin total überwältigt, wusste den aktuellen Weltrekord nicht einmal genau und kann es kaum glauben."
Melissa Franklin
Paukenschlag durch Melissa Franklin: Die US-Amerikanerin mit den großen Füßen (Schuhgröße 48) schwamm über 200 Meter Rücken neuen Kurzbahn-Weltrekord und verfehlte die magische Zwei-Minuten-Grenze in 2:00,03 Minuten nur knapp. Damit dürfte sich die erst 16-Jährige auch über die 10.000 US-Dollar Preisgeld für ihren Weltrekord freuen.
Die Deutsche Meisterin Jenny Mensing kam in 2:07,20 Minuten auf Rang sechs.

50 Meter Schmetterling Männer

Der Führende der Weltjahresbestenliste über 50 Meter Schmetterling ist auch der Sieger von Berlin: Geoff Huegill aus Australien (22,67 Sekunden) war an diesem Tag nicht zu schlagen.
Auch nicht für den Weltrekordhalter Steffen Deibler. Der Hamburger sicherte sich in 22,89 Sekunden Platz zwei.

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