Mit Schnauzbart, aber ohne Brille

Als Mark Spitz 1972 in München sieben Goldmedaillen gewann, fehlte ein Accessoire, ohne das heute im Schwimmsport fast nichts mehr geht: Die Schwimmbrille.

| 7. Mai 2016 | AKTUELL

Mark Spitz | Mark Spitz mit seinen Olympiamedaillen.

Mark Spitz mit seinen Olympiamedaillen.

Foto >ISHOF

Mit Hydrodynamik hatten die Athleten vor 44 Jahren noch nicht viel am Hut. Badehosen und Badeanzüge schlabberten am Körper, von Körperrasur keine Spur und Badekappen sollten lediglich dafür sorgen, dass keine langen Haare die Sicht versperrten. Und der beste von allen? Mark Spitz pflügte während der Spiele mit einem dicken Schnauzbart durch das Wasser der Münchner Olympiahalle.

Mark Spitz | Mark Spitz posiert neben seinem Ebenbild aus dem Jahr 1972.

Mark Spitz posiert neben seinem Ebenbild aus dem Jahr 1972.

Foto >ISHOF

Eine Schwimmbrille hatte damals noch niemand vor den Augen. Zwar hielt der Augenschutz langsam Einzug ins Schwimmtraining. Jedoch galt er offiziell als Schwimmhilfe und war deshalb im Wettkampf nicht zugelassen. Das änderte sich erst vier Jahre später in Montreal, als sich der Weltverband FINA gnädig gegenüber den Sportlern zeigte. Inzwischen hatte sich die Schwimmbrille mit ihren vielen Vorteilen bei fast allen Athleten durchgesetzt. Waren brennende Augen lange Zeit Alltag für viele Schwimmer, konnten sie jetzt länger und härter trainieren.

Trotz der aus heutiger Sicht schwierigen Begleitumstände legte Spitz 1972 Zeiten vor, an denen sich bis heute noch die allermeisten Schwimmer ihre Zähne ausbeißen. Die 100 Meter Freistil gewann er in 51,22 Sekunden, die doppelte Distanz in 1:52,78 Minuten. Außerdem triumphierte Spitz über 100 und 200 Meter Schmetterling sowie mit den US-Staffeln über 4 x 100 Meter Freistil, 4 x 200 Meter Freistil und 4 x 100 Meter Lagen.